Tatortkritik: Die Erfurter Polizeiküken werden erwachsen

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Tatort aus Erfurt

Die "Tatort"-Folge "Der Maulwurf" punktete mit solider Spannung und einem klassischen Actionshowdown. HNA-Redakteurin Bettina Fraschke über den "Tatort" aus Erfurt.

Keine pseudocoolen Jugendsprachenmarotten mehr – das war schon ein großer Fortschritt bei der zweiten Folge mit dem neuen Erfurter Ermittlerteam im „Tatort: Der Maulwurf“.

Das dauernde „Alter“, „Scheiße“ und „Fuck“ hatte zum Einstand der Darsteller Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin im November 2013 noch richtig genervt. Diesmal konnte man stattdessen das junge, sympathische und versierte Ermittlerteam Henry Funck, Maik Schaffert und Johanna Grewel bei klassischer, kleinteiliger Polizeiarbeit erleben (akribisches Fotoalbenstudium führte zum Ort der Entführung).

Viel solide Spannung und ein klassischer Actionshowdown punkteten außerdem. Zu kritisieren war in der Folge von Johannes Grieser (Regie) und Leo P. Ard und Michael B. Müller (Buch) allenfalls, dass sich für den Zuschauer zu früh herauskristallisierte, wer der tatsächliche „Maulwurf“ war.

Und es wurde ein grundsätzliches Problem des recht neuen ARD-Konzepts deutlich, immer mehr Teams ermitteln zu lassen – bei folglich immer selteneren Terminen für manche Crews: Es gelingt bei diesen kaum noch, eine private Hintergrundgeschichte zu erzählen. Man erinnert sich nach einem Jahr kaum noch daran, was es zum Beispiel mit Henry Funcks Tochter auf sich hatte, die jetzt nur wenige Minuten vorkam. Die emotionale Verankerung in der „Tatort“-Gemeinde wird dadurch nicht gerade leicht.

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