Tatortkritik: Ein Hauch von Wärme

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Die Schauspielerin und Moderatorin Desiree Nosbusch alias Mia Andergast und ihr Lebensgefährte Mehmet Kurtulus alias Kommissar Cenk Batu posieren am 11.11.2009 in Hamburg während eines Fototermins zum neuen "Tatort - Vergissmeinnicht".

Mal vorweg: Natürlich bekommt Cenk Batu als verdeckter Ermittler im Hamburger „Tatort“ jedes Mal eine falsche Identität zugeordnet. Diesmal sollte er schwul sein.

Okay, doch dass sich das ausgerechnet darin zeigen sollte, dass dieser elegante Mann mit dem Designappartement ein Duftbäumchen „Vanille“ (!) im Auto baumeln hatte, das ging gar nicht. Die wechselnden Geheim-Identitäten machen es Hauptdarsteller Mehmet Kurtulus generell schwer, seinen Filmkommissar zu profilieren.

Der aktuelle Fall, „Vergissmeinnicht“ von Christoph Darnstädt (Buch) und Richard Huber (Regie), sollte offenbar ein wenig Menschlichkeit in die bisher recht seelenlose Reihe bringen.

Man ließ Batu eine Liebesaffäre haben. Witzig: Film-Partnerin Desirée Nosbusch und Kurtulus sind auch im wahren Leben ein Paar. Die echte Verbundenheit der beiden war durch die Mattscheibe spürbar und brachte endlich etwas Wärme in diese kalten Hamburger „Tatorte“.

Der Fall war durchaus spannend, aber insgesamt zu stark aufgeladen mit geheimnisvoll daherkommendem Geraune. Das Tollste war die überzeugende Kameraarbeit von Martin Langer, der mit weiten Impressionen von nächtlicher Stadt und Hafen ein Gefühl von Verlorenheit erzeugte. Nebenbei gefragt: Haben undercover ermittelnde BND-Spione wirklich einen Ausweis bei sich, auf dem „BND“ steht.

Von Bettina Fraschke

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