Götz Alsmann begeisterte mit Broadway-Melodien in Vellmar

Tausendsassa mit Charisma

Ein großer Entertainer: Götz Alsmann bei seinem Auftritt in Vellmar. Foto: Fischer

Vellmar. Große Gefühle wehten durch das fast ausverkaufte Festivalzelt beim Sommer im Park in Vellmar, als sich Jazzarchäologe Götz Alsmann während seines Konzertes bei dem scheidenden Vellmarer Kulturmanager Gerhard Klenner für dessen engagierte Arbeit und Herzlichkeit bedankte.

Niemand hätte treffendere Worte finden können für einen großen Visionär, der wie kaum ein anderer kulturelle Lebensqualität in der Region etablierte, als der eloquente Entertainer und Musiker. Alsmann gastierte über zehnmal beim Festival. Diesmal präsentierte er sein Programm „Broadway“ mit Pretiosen aus der Blütezeit der Musicalshows, die auf New Yorks Edelmeile für Furore sorgten.

Viele Kompositionen von Jerome Kern, Cole Porter, George Gershwin und anderen Musical-Komponisten wurden im „American Songbook“ verewigt, welches Jazzmusikern auf der ganzen Welt als universelle Quelle künstlerischen Schaffens dient.

Auch Alsmann stöberte durch diese faszinierende Kollektion zeitloser Songjuwelen und er wurde schnell unter den Top 20 der bekanntesten Melodien fündig. Doch bei seinen Arrangements setzt er nicht auf harmonische Experimente oder solistische Muskelspielchen, sondern pflegt im Sinne der deutschen Nachkriegs-Tradition einen auf Spaß und Unterhaltung gebürsteten Schlagerjazz.

Der erste Eindruck rückt ihn in die Nähe von Hazy Osterwald und Bert Kaempfert, doch es gibt auch modernere Zwischentöne zu hören. „My funny Valentine“ als Paso Doble, „Blue Moon“ als sanfte Rumba: Zwischen 60er-Jahre- Filmromantik und Tanzturnier räkelte sich Gemütlichkeit auf dem Sofa der Nostalgie, und man entschwand in einer wundervoll entspannten Schwerelosigkeit der Gefühle. Alsmann ist kein Pianovirtuose und auch gesanglich kein Überflieger. Doch im Zusammenspiel mit seiner grandiosen Band und den deutschen Liedtexten entsteht ein ganz eigenes, zwingend sympathisches Universum.

Das Ganze veredelt Alsmann mit humorvollen Anekdoten, die, einer brillanten Erzähltechnik geschuldet, zu den Höhepunkten des Abends zählten. Der charismatische Tausendsassa gehört zweifelsfrei zu den Großen der Unterhaltungsbranche.

Erst nach mehreren Zugaben und unter großem Beifall verließ er die Bühne. Vielleicht sieht man sich nächstes Jahr wieder. Dann womöglich mit Gerhard Klenner als normalem Gast im Publikum.

Von Andreas Köthe

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