Techno für die Kopfhörer: Charts-Erfolg von Nicolas Demuth aus Northeim

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Studiert in Berlin und tritt in ganz Europa auf: Der Northeimer Nicolas Demuth alias Parra for Cuva.

Northeim. Nicolas Demuth war noch nicht einmal geboren, als das Lied, mit dem der 22 Jahre alte Northeimer nun bekannt wird, ein Welthit war. 1989 besang der US-Musiker Chris Isaak in „Wicked Game“ eine unerfüllte Liebe.

Nun hat Demuth als Parra for Cuva aus der Ballade eine elektronische Chill-out-Version gemacht, die ebenfalls ein Ohrwurm ist.

In den Beatport-Charts, der einflussreichsten Rangliste für Techno-DJs, stand das Lied zwischenzeitlich auf Rang vier. In Holland kletterte Demuths „Wicked Games“ bis auf den fünften Platz – und damit fast so hoch wie seinerzeit das Original, das nur einen Platz weiter oben rangierte.

Demuth kannte Isaaks Hit gar nicht, als Annika Klose ihm das Lied zum ersten Mal vorspielte. Als Nian hatte das Northeimer Duo Singer-Songwriter-Pop gemacht – bis der Pianist Demuth elektronische Musik für sich entdeckte, als er gerade seine Klavierstücke digitalisieren wollte.

Das Gitarrenriff von „Wicked Game“ hat er mit lässigen Beats, Steel Drums und dem Klacken analoger Kameras unterlegt. Dazu singt die zwei Jahre jüngere Klose, die sich Anna Naklab nennt, wehmütig über die Liebe. Das dazugehörige Video wurde eine Million Mal angeklickt – nicht schlecht für zwei Nachwuchsmusiker, die gerade von der Schule kommen.

Annika Klose

Demuth, der lange Klavierunterricht hatte und mit 15 erste Stücke schrieb, studiert in Berlin Audiodesign, vielleicht wird er später einmal Geräusche für Computerspiele zusammenbasteln. Nebenbei produziert er Deep House. Seine Tracks, die auf dem französischen Label Délicieuse Records erscheinen, sind atmosphärisch dichter Techno zum Entspannen. In den eingängigen Songs gibt es viel zu entdecken. „Für mich ist es keine Dancefloor-Musik, sondern eher Kopfhörer-Musik für unterwegs“, sagt der ehemalige Göttinger Waldorfschüler, der ein Jahr mit Behinderten in Neuseeland gearbeitet hat und nun selbst oft unterwegs ist.

Während der Woche studiert er, freitags und samstags tritt er in Bordeaux, Paris oder Wien auf. Sängerin Klose macht derweil eine Ausbildung in Schwerin.

Den Namen hat sich Demuth ausgedacht, nachdem er lange in portugiesischen und spanischen Wörterbüchern gestöbert hatte: „Ich wollte was Sinnloses, was schön klingt.“ Mittlerweile weiß er, dass Parra zwischen den Welten bedeutet. Das passt gut zu der Musik, die nirgends richtig zuhause ist, aber sehr viele mögen werden.

Die Single „Wicked Games“ ist bei Spinnin’ Deep erschienen, die EP „Luhya“ beim französischen Label Délicieuse Records.

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