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Teensclub des Staatstheaters Kassel: Romeo und Julia

Kassel. Auf der Bühne scheinen sich sanfte Hügel aus dunklem Sand zu befinden. Plötzlich bewegen sich diese Sandhügel, und die Mitglieder des Teensclubs befreien sich aus einer Art Plane, unter der sie sich zuvor reglos verborgen hatten.

Die Schauspieler sind ganz in Schwarz gekleidet (Bühne und Kostüme: Ursula Kriegel). „Alle Geschichten beginnen gleich“, sagt einer der Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die im Theater im Fridericianum (tif) das Stück „Alles wär’ so einfach, wenn …“ (Inszenierung: Marco Faller) auf die Bühne bringen.

In vielen aneinandergereihten Improvisationsszenen zeigt das 22-köpfige Ensemble drei Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten, die jedoch in einer Verbindung zueinander stehen: Romeo und Julia, die sich verlieben, aber aus verfeindeten Familien stammen, und der Märchenheld Magnus, der die Prinzessin Emilia mag, deren Königshäuser sich jedoch ebenfalls feindlich gegenüberstehen. Dann wird die Geschichte in die Gegenwart transportiert und bekommt eine zeithistorische, kulturelle Komponente.

In Kassel-City treffen sich bei einer Party im Club die Türkin Aische und der Kurde Ali. Im gewollt überzeichneten Ghetto-Slang à la „Fack ju Göhte“ nähern sich die beiden an, müssen aber ihre Liebe wegen ihrer unterschiedlichen Herkunft verheimlichen.

Dem Ensemble des Teens-clubs ist es gelungen, ein dynamisches Stück zu zeigen. Demonstriert wird, dass Erzählungen über die Liebe und die Probleme, die diese mit sich bringt, über die Zeiten hinweg ähnlich bleiben. Zwar wandelt sich die Sprache, über die sie vermittelt wird. Jedoch können Parallelen zwischen den Geschichten über die Zeiten hinweg gezogen werden.

In wechselnden Rollenbesetzungen - die zuweilen etwas verwirren - befassen sich die jungen Schauspieler mit dem Thema der Liebe, wobei insbesondere in der Beziehung zwischen Aische und Ali Gesellschaftskritisches mitschwingt. Am Ende bekommen die Jugendlichen viel Beifall für ihre darstellerische Leistung.

Es spielten: Maya Bierbüsse, Aleyna-Aysem Büyükata, Johanna Dietzel, Marie Harbich, Pauline Hardt, Leonie Landgrebe, Hannah Linke, Isabel Mathusek, Jannik Meyer, Madita Meyer, Alina Michailidis, Mariam Noori, Freya Maria Pillardy, Marie Röhrig, Sarah-Roya Scherpenbach, Franca Schier, Emily Töngi, Maleen Türk, Torben Bunzenthal, Aarton Herold und Fabian Reinbott.

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