Die Kantorei der Kreuzkirche überzeugte mit Bach und Vivaldi

Mit Temperament und Tempo

Himmlische Klänge: Das Solistenquartett sorgte immer wieder für Höhepunkte - hier Anna Palupski (Sopran). Foto: Socher

Kassel. Ein hoch gestimmtes, ansprechendes Programm boten Jochen Faulhammer und seine Kantorei in der Kreuzkirche. Bachs umfangreiche Kantate BWV 76 „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ und noch viel mehr das D-Dur-Gloria (RV 589) von Antonio Vivaldi verlangen Chor, Orchester und Solisten viel ab. Faulhammer hatte seinen Chor hervorragend vorbereitet, der mit sicherer Deklamation, Volumen und großer Konzentration überzeugen konnte.

Allein die zuweilen sehr schnell genommenen Tempi, gerade in den Schlusschören des Gloria, verursachten Abstimmungsprobleme untereinander und mit dem Orchester. Das Göttinger Barockorchester spielte in Minimal-Besetzung, kämpfte temperamentvoll und engagiert, konnte sich so akustisch durchsetzen und vor allem in den solistischen Partien (Violine, Oboe d’amore, Gambe) glänzen.

Mit Anna Palupski, Michaela Krusche, Florian Brauer und Mario Jurczyk hatte Faulhammer bei Bach ein zuverlässiges Solistenquartett, das immer wieder Höhepunkte zu bieten hatte. Vor allem Brauer ließ etwa in der Arie „Hasse nur, hasse mich recht“ aufhorchen. Mit viel Emotion sang Faulhammer selbst die wesentlichen Basspartien, auch wenn Chor und Orchester zeitweilig allein gelassen waren. Bei Vivaldi dominierten die Frauenstimmen, Höhepunkt hier das sehr schöne Sopranduett „Laudamus te“ mit Palupski und Krusche.

Mehr als ein Übergangsstück war das Bach’sche Konzert für Oboe d’amore und Orchester, in dem Gilberto Caserio mit farbigem Originalklang hauptsächlich in den lyrischen Kantilenen des langsamen Satzes berühren konnte. Viel Beifall der zahlreichen Besucher.

Von Christiana Nobach

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