Zweiter Teil von „Avec Plusieurs Instruments“ bei den Kasseler Musiktagen

Tempo in halliger Kirche

Überzeugend: (von links) Peter Gries, Mika Lee, Yu Chen und Wolfram Geiss beim dritten Brandenburgischen Konzert in der Alten Brüderkirche. Foto: Fischer

KASSEL. Ausverkauft war bei den Kasseler Musiktagen der zweite Teil des Zyklus „Avec Plusieurs Instruments“ mit Bachs Brandenburgischen Konzerten und Werken junger Komponisten aus der Musikakademie-Klasse von Frank Gerhardt.

„Bey der Ausführung seiner eigenen Stücke nahm er das Tempo gewöhnlich sehr lebhaft“, wird über Bach berichtet. Ob er aber in der halligen Alten Brüderkirche so schnell wie die Dozenten und Studierenden der Musikakademie aufgespielt hätte, ist eine andere Frage. Die „Brandenburger“ Nr. 3, 5 und 2 klangen oftmals eher impulsiv als transparent.

Besonders glücklich geriet das langsame „Affettuoso“ von Konzert Nr. 5 mit dem feinen Strich von Geigerin Felicia Terpitz, dem Flötisten Jens Josef und dem Cembalisten Gregor Hollmann, der zuvor im ersten Satz mit der langen Kadenz gefordert war.

Solisten bei Nr. 2 waren der überzeugende Max Westermann (Trompete), Angela Hug (Blockflöte), Sabine Nobis (Oboe) und Direktor Peter Gries (Violine). Nicht unproblematisch dabei die Balance zwischen Trompete und den übrigen Blasinstrumenten, insbesondere der Blockflöte.

Und die Neue Musik? Boris Tesic präsentierte feinnervige Gitarren-Aphorismen von Hyunbae Lee, während die Uraufführung des Werkes von Eui Jung Lee mit den Sätzen „Seifenblasen“, „Blumen“ und „Glas“ die Vergänglichkeit illustrierte. Zur originellen Besetzung Flöte (Sulyoung Yeom), Tuba (Mario Eberling) und Percussion (Philipp Schulz) verkündete eine zugespielte Frauenstimme ein lateinisches Wort: „Vanitas“.

Von Georg Pepl

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