Hauptsache laut, hart und zum Mitsingen: Die Broilers im Musiktheater

Test für die Stimmbänder

Party-Punk: Sammy Amara, Frontmann der Düsseldorfer Band Broilers. Foto: Fischer

Kassel. Broiler? Ehemaligen DDR-Bürgern dürfte der Begriff bekannt sein. In den neuen Bundesländern waren und sind Broiler die Bezeichnung für Brathähnchen. Ob sich die Düsseldorfer Formation nach dem knusprigen Federvieh genannt hat, ist unklar. Wenn es jedoch um die englische Vokabel geht – „broil“ gleich braten, grillen – dann passt der Name Broilers bestens zu ihrer Musik.

Am Mittwochabend heizte die fünfköpfige Gruppe, die 1992 gegründet wurde, das Musiktheater auf. Markenzeichen: deutschsprachiger Grölgesang, punkig schnelle, harte Gitarrenriffs, gemixt mit Rockabilly, Soul und Ska. Von Letztgenannten war nicht mehr als eine Andeutung auszumachen.

Die Broilers haben sich in den letzten Jahren viele Freunde und noch mehr Fans gemacht. Auf großen Festivals sind sie heimisch. Volle Hütte war auch im Musiktheater angesagt. Bevor es losging, skandierte die Menge „Broilers Broilers“ und ließ die Arme in die Luft sausen. Stimmung pur. Mit dem Auftakt-Stück „Starker Weg“ ging es sogleich in Richtung Party-Punk. Platz für ein kleines Pogo-Tanzkämpfchen blieb zwar nicht, das Konzert aber war ganz nach dem Geschmack der Fans: Kumpels im Arm, den Bierbecher in der Hand und Mitgrölen, was die Stimmbänder hergeben.

Von vergleichsweise poetischer Sanftheit war die Begrüßung von Sänger und Gitarrist Sammy Amara: „Ich wusste, dass Kassel heut Gesicht zeigt. Es ist wunderschön.“ Die meisten Stücke feuerte die Düsseldorfer Band aus dem neuen Album „Santa Muerte“ von der Bühne: „Tanzt du noch einmal mit mir“, was die Fangemeinde lautstark bejahte, oder „Wie weit wir gehen“, das einen Hauch Liedermacher-Charme besitzt, bevor es in die kraftvollen Sequenzen wechselt. Fazit: Die Musik fetzte, die Refrains ließen sich auch von Melodie-Legasthenikern prima mitsingen – also 100 Punkte für die Stimmung.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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