Die Pop-Band Pur spielte vor 7500 Zuschauern beim Open Air in Schloss Wilhelmsthal

Texte zum Mitfühlen

Gute Laune trotz Regen: Pur-Sänger Hartmut Engler. Foto: Socher

Calden. Was trägt der Fan zum Open-Air-Konzert, wenn Petrus es zur Musik auf der Bühne von oben so richtig krachen lässt und der Schirm an der Kasse bleiben muss? Modische Regenbekleidung? Auch, mehr aber noch blauen Müllsack und Gelben Sack. Einfach übergestülpt - fertig.

So gesehen zumindest am Sonntag beim Konzert der Deutsch-Pop-Lieblinge Pur im Schlosspark Wilhelmstal bei Calden, zu dem 7500 Besucher strömten. Opus nannten sich die Mitglieder in Gründungszeiten. Mit dem Namenswechsel in Pur begann die große Karriere, die auch heute noch, 30 Jahre später, Platinfrüchte trägt, wie das letzte Album „Wünsche“ dokumentiert.

Ein Phänomen? Nicht unbedingt, sondern nachvollziehbar. Mitfühlende Texte, die zum Aufbruch ins Abenteuerland auffordern, Melodien zum Mitsingen und in Refrainzeilen auf den Punkt gebracht: Das sind zeitlose Erfolgsgaranten. Pur haben ihren Stil nicht gewechselt, sie sind ihren Fans treu geblieben - und die ihnen.

Ein Beleg dafür war der Moment, in dem Frontmann und Sänger Hartmut Engler jegliche Distanz zwischen Oben und Unten, zwischen Fans und Stars aufhob, indem er im strömenden Regen von der Bühne in eine Pfütze hüpfte und dort bestens gelaunt den Klassiker „I’m Singing In The Rain“ erklingen ließ - und das nicht nur für ein paar Takte, sondern komplett. Pudelnass ging es zurück auf die Bühne.

Liebeserklärung an Lena

Und sonst? Die Musik war großartig abgemischt, die Band beherrschte ihr Handwerk zwischen Elekronik und Unplugged. Pur spielten eine Mixtur aus Liedern vom „Wünsche“-Album und Ohrwürmern aus der Bandgeschichte. Die Palette reichte vom „Abenteuerland“ über „Prinzessin“ bis zu „Seiltänzer“. Besonders originell verpackt war die Liebeserklärung an Grand-Pix-Liebling Lena: Einmal als Parodie ihres Siegertitels, gleich darauf die Eigenkreation, das Stück „Lena“ von Pur.

Zwischen den Stücken fragte ein besorgter Hartmut Engler immer wieder: „Könnt ihr noch? Wir lassen uns vom Regen nicht die Laune vermiesen.“ Auch Petrus wollte da nicht länger Spielverderber sein, stellte den Regen in die Warteschleife, und die Stimmung war perfekt. Tausende Arme streckten sich zu fast jedem Lied in den Nachthimmel. Die Fans feierten ihre Lieblinge noch ausgiebig.

Videos von den Auftritten von Ich + Ich sowie Pur in Schloss Wilhelmsthal finden Sie unter www.hna.de/video

Von Steve Kuberczyk-Stein

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