„The Schmidts“ bringen Theaterstübchen mit Rock-Klassikern auf Temperatur

Alles gegeben: Frontmann Kurt Sogel (vorn) von der Band „The Schmidts“. Links im Hintergrund Bassist Markus Frei-Hauenschild. Foto: Zgoll

Kassel. „Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß“, heißt es in Schillers „Glocke“. Der Satz passt auch für die Bühne. Besonders dann, wenn dort die Soul-, Rock- und Bluesklassiker der 60er- und 70er-Jahre aus der Seele geschwitzt werden. Und dies von Akteuren, für die diese Musik untrennbar mit ihrem Lebenslauf verschmolzen ist.

„The Schmidts“ nennen sich die fünf erfahrenen Musiker, die am Montag mit dem Lebensgefühl der Rockurzeit das gut gefüllte Theaterstübchen aufheizten. Klassiker wie J. J. Cales „Cocaine“, Erik Burdons „When I Was Young“, James Browns „I Feel Good“ oder Joe Cockers „Summer In The City“ und weitere Ohrwürmer krachten da von der Bühne. Stücke, die in ihren Anfängen so viel Wucht, Rotz und Aufbegehren vereinten, dass sie einst zu Generationsspaltern wurden.

Heute sind sie längst zu einem Verbindungsstück zwischen Enkelkindern und Großeltern geworden. Und so sah man denn auch viele junge Gesichter im Theaterstübchen. Die Musik kam prima rüber. Erdig, wuchtig, rockig-laut.

Da gab Thomas Phleps den Gitarren-Derwisch, ließ Markus Frei-Hauenschild den Bass vibrieren, Gerd Hallaschka die Finger über die Keyboardtasten wirbeln, während Reinhard Lischeid mit Vehemenz, aber auch technischem Feingefühl sein Schlagzeug bearbeitete. Fehlt nur noch Gitarrist, Frontmann und Sänger Kurt Sogel. Große Klasse der Mann. Stimmlich zwischen Joe Cocker und Mick Jagger platziert und auch mit deren Posen verwachsen, explodierte Sogel bei jedem Stück und gab alles.

Besonders er dürfte an diesem Abend so manches Kilo verloren haben. Ein Kraftakt, der besonders nach einigen Stones-Klassikern und etwa 70 Minuten nicht ohne Folgen war. Die Kraft ließ nach. Die Band nahm es mit Humor: „Letztes Stück vor der Pause?“, fragte Sogel seine Mitstreiter. „Wir können es ja versuchen“, witzelte Gitarrist Phleps. Nach der Pause war der Akku wieder im grünen Bereich, und laut und rockig ging es weiter. Das Resümee: Viel Applaus, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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