Theater-AG der Jacob-Grimm-Schule inszenierte „I Hired a Contract Killer“

Komplexes Stück mit mehrfach besetzten Rollen: Die Jacob-Grimm-Schüler ernteten viel Applaus für ihre Inszenierung. Foto: Malmus

Kassel. Henri hat vom Leben die Nase voll. Depressionen quälen ihn. Und dann wird er auch noch entlassen. Als Abfindung erhält er eine goldene Uhr, die genauso funktioniert, wie sein Leben – nämlich gar nicht. Er beschließt, Selbstmord zu begehen. Doch der Strick reißt, der Gasofen versagt seinen Dienst. Und nun?

Henris lebensmüder Geist kreiert einen absurden Plan: Er engagiert einen bezahlten Killer. „Wer soll es denn sein?“, fragt dieser seinen Auftraggeber und ist nicht wenig überrascht, als Henri sich selbst nennt.

„I Hired A Contract Killer“ gilt als bester Film des finnischen Filmregisseurs Aki Kaurismäki. Die Theater-AG der Jacob-Grimm-Schule (Leitung Maria Joäo Ventura) ließ sich von dem Streifen zu einer sehenswerten Inszenierung inspirieren. Premiere war am Donnerstagabend in der gut gefüllten Kulturfabrik Salzmann. Eine zweite Aufführung fand gestern Abend statt.

Die Geschichte des lebensmüden Henri zu inszenieren, ist kein leichtes Unterfangen. Drama, Liebesgeschichte, Krimi und ein ganz spezieller Humor greifen ineinander und filtern den Blick auf eine sehr komplexe und sich wandelnde Realität: Als Henri sich in die lebenslustige Margarete verliebt, will er nicht mehr sterben. Nun schwebt er auf Wolken. Doch der Killer bleibt ihm auf den Fersen.

Die Inszenierung jongliert mit diesen Spannungskontrasten so gekonnt wie unterhaltsam. Lob auch für die Regie: Die Essenz des Originals blieb gewahrt, originelle Facetten und witzig gesetzte Kontrapunkte kamen hinzu. Kreativ auch, wie Spielleiterin Ventura aus der Not eine Tugend machte: 17 Köpfe für nicht mal halb so viele Rollen? Kein Problem. Henri wird doppelt besetzt, der Killer gedrittelt und die Gruppe auch als Erzähler eingesetzt.

Prasselnder Applaus für die gelungene Inszenierung und die starken Darstellerleistungen, allen voran Christine Decker als Margarete, Julian Würzel und Gerrit Mosig als Henri und Valentin Stein als Chefkiller.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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