Schüler des Goethe-Gymnasiums entdecken Goethe und Büchner neu

Theater im Doppelpack

Eindringlich gespielt: Schüler des Goethe-Gymnasiums in einer Szene aus „Faust reloaded“. Foto: Malmus

Kassel. Zehn schwarze Gestalten mit weiß geschminkten Gesichtern huschen im Halbdunkel durch die Aula des Goethe-Gymnasiums. Als das Scheinwerferlicht angeht, zitieren sie Sätze aus Goethes „Faust“. Symbolisch wird ein Schnaps nach dem anderen gekippt, im Hintergrund laufen Videos über Alkoholmissbrauch. Schließlich hat auch schon Faust gern getrunken.

„Wir haben das Werk als Steinbruch benutzt, um spannende Szenen herauszubrechen und in die Gegenwart zu holen“, sagt Annette Stanko, die einen der beiden Kurse für Darstellendes Spiel leitet. In diesem Jahr stehen dabei zum ersten Mal 20 Schüler der Jahrgangsstufe 13 auf der Bühne. „Neu ist, dass sie das Fach auch im Abitur belegen können.“

Durch kontroverse Themen und Theaterformen wird der Abend, der noch eine Vorbereitung auf die Abiturleistung ist, bunt und spannend. Während „Faust reloaded“ ein starkes, eindringlich gespieltes Stück ist, erzählt der Kurs von Eckhard Lück in „Leonce und Lena - Entrückt“ vom Wahnsinn der Castingshows: Fünf Kandidaten - von einer Esoterikerin über das neurotische Pärchen Robert und Carmen bis zum Möchtegern-Model - stehen nach einem missglückten Thailand-Urlaub unter Quarantäne. Die Moderatorinnen Ruth und Sandy befragen das Publikum, wer die Spritzen mit dem heilenden Serum bekommen soll. Das Stück endet im Chaos.

Auch wenn der Bezug zu Georg Büchner nur flüchtig ist, bei den gut 100 Schülern in der Aula kommt die kleinteilige und witzige Komödie gut an. Und egal, ob Goethe oder Büchner, ob Drama oder Komödie, alle auf der Bühne erhalten am Ende eine Rose und begeisterten Applaus. Das Abi kann kommen.

Von Felix Werthschulte

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