Theater RambaZamba sorgte im Schauspielhaus für donnernden Applaus

Sensibel und ausdrucksstark: Die Darsteller - überwiegend mit Downsyndrom - zeigten beeindruckende Präsenz. Foto: Schoelzchen

Kassel. Wie zwei verfeindete Straßenbanden stehen sich die Fußballteams gegenüber. Mimik, Gesten und Ausrufe zeugen von wilder Entschlossenheit. Gleich soll das Spiel zwischen „Hard Nord-Ost und Weich Südwest“ beginnen.

Der Trommelrhythmus des Queen-Klassikers „We will rock you“ heizt die Atmosphäre auf. Das Publikum im voll besetzten Schauspielhaus lässt sich anstecken und klatscht mit.

Nach 90 Minuten wird das Klatschen noch beträchtlich stärker ausfallen – donnernd im Stehen. „Ein Herz ist kein Fußball“ (Leitung: Gisela Höhne) heißt das Theaterstück, mit dem das RambaZamba-Theater am Mittwoch im Schauspielhaus gastierte. Das Besondere sind seine Darsteller: überwiegend Menschen mit Downsyndrom. Das Theater wurde 1990 als Teil des Vereins Sonnenuhr von Schauspielerin Höhne und dem Regisseur Klaus Erforth, selbst Eltern eines Kindes mit Downsyndrom, gegründet.

Im Stück geht es um ein Fußballspiel, das nicht stattfindet. Irgendjemand hat das Leder in den Himmel gekickt. Die Mannschaften begeben sich auf die Suche nach dem Spielgerät. Dabei durchqueren sie zahlreiche Länder und lernen viel über Regeln und Maßstäbe, über Konfrontation und Kooperation und dass die Suche nach einem verlorenen Ziel zu neuen Werten führen kann.

Dickes Lob für die ausdrucksstarke und fantasievolle Inszenierung. Wer in puncto Downsyndrom ein Vorurteil hatte, wurde rasch belehrt: Diese tollen Darsteller brauchten keinen Mitleidsbonus. Ihr Spiel war von immenser Ausdrucksstärke geprägt, ihre Beweglichkeit bei den Tanzszenen, ihre Sensibilität für Choreografie und synchrone Konfigurationen und ihre Bühnenpräsenz enorm. Die Musik, von einer sechsköpfigen Band mal wuchtig rockig, mal zärtlich romantisch intoniert, verschmolz perfekt mit der Handlung. Licht, Farben und Videoprojektionen sorgten für eine märchenhafte Aura.

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