Tiefe Töne mit Joel Frederiksen in Bad Arolsen

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Joel Frederiksen.

Bad Arolsen. Was für ein Bass! Joel Frederiksen, der amerikanische Sänger und Lautenspieler, tummelte sich am Freitag bei seinem Konzert im Steinernen Saal des Bad Arolser Schlosses mit Vorliebe unterhalb des großen F, da wo auch tiefen Bässen gelegentlich die Töne ausgehen.

Zusammen mit dem Theorbenspieler Axel Wolf leistete er einen originellen Beitrag zum Festspielthema römische Musik.

Battaglia - der Kampf zwischen himmlichen und luziferischen Mächten war der Lieder- und Lautenabend überschrieben, doch das himmlische Element überwog bei Weitem in den Werken der überwiegend mit der Stadt Rom verbundenen Barockmeister. Neben prominenteren wie Caccini, Kapsberger, Frescobaldi und Carissimi waren auch weniger bekannte wie Andrea Falconieri, Giovanni Puliaschi und Giovanni Felice Sances vertreten.

Zu den Spezialitäten Frederiksens, der mit den bekanntesten Barock-Ensembles zusammenarbeitet, gehört das selbst an der Laute begleitete Gesangsstück. Diesmal gesellte sich meist Axel Wolf mit seiner Theorbe (einer langhalsigen Laute mit besonderer Stimmung) hinzu, um Frederiksens volltönender Stimme eine noch ausgefeiltere Begleitung und ein stärkeres instrumentales Fundament zu unterlegen.

Etwa in dem ausdrucksstarken Lamento „Chi confort’ahimé“ (Wer soll mich bloß trösten?) von Giulio Caccini. Mit mächtiger Stimme sang Frederiksen die von Giacomo Carissimi mit reichen Koloraturen und sängerischen Extras versehene Geschichte des abgefallenen Engelsfürsten Luzifer.

Als eindrucksvollen Kontrast setzte Axel Wolff im ausverkauften Barocksaal die feinsinnige Toccata prima für Theorbe von Giovanno Girolamo Kapsberger entgegen. Viel Beifall und Zugaben, die mit einem lustigen englischen Trinklied schlossen.

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