Die Band Budzilla brachte das Publikum bei Salzmann zum Kochen

Tiefgründig, aber tanzbar

„Schön, wieder in Kassel zu sein“: Sänger Robert Kondonis. Foto: Schockenhoff

KASSEL. „Viel politischer und tiefgründiger, als die meisten denken - aber trotzdem tanzbar“, würden die fünf Mitglieder der Band „Budzillus“ ihr neues Werk „Auf Gedeih und Verderb“ charakterisieren. Dafür gibt es in Kassel jede Menge Zeugen. Mit ihrem Auftritt am Samstagabend brachten sie die Kulturfabrik Salzmann zum Tanzen und Schwitzen.

Mit dem Lied „So viel zu tun“ hatten sie den Abend eröffnet. In klugen Worten und mit markigen Beats schildert die Band darin, was man eigentlich alles machen müsste, damit man gesund, vernünftig und lange lebt: „Krebsvorsorge nicht vergessen, und auch mal Gemüse essen, immer nett sein, niemand kränken, jetzt schon an die Rente denken.“ Aber, wie so oft im Leben, bleibt es bei der Reaktion „So viel zu tun, ich fang gleich an. Vielleicht nicht jetzt, doch irgendwann.“

Anscheinend waren viele Gäste schon länger mit dem „Budzillus“ infiziert und wussten genau, was sie erwartet: wilde Rhythmen. Bereits beim zweiten Lied wurde direkt vor der Bühne heftig getanzt.

Fast genau vor einem Jahr war die Band schon einmal in Kassel gewesen. „Schön, wieder hier zu sein“, meinte Sänger Robert Kondonis und kündigte das nächste Lied an: „I hope I end in Kassel“. Dass der Text eigentlich „I hope I end in Hell“ heißt, störte niemanden. Im Gegenteil, bevor nur ein Ton gespielt war, jubelte das Publikum bereits lautstark. Eigentlich wollte Robert seinen Zuhörern das letzte „Hell“ überlassen. Doch auf seine Aufforderung pfiffen und johlten die nur begeistert. Also musste der Sänger doch selbst ran.

Die „Devils Polka“ danach schien wirklich vom Teufel geschrieben zu sein. Dem Sog, den Klarinette, Bass, Schlagzeug, Banjo und Keyboard erzeugten, konnte sich niemand entziehen. Die Besucher wurden zur tanzenden Masse.

Die politische Seite zeigte Budzilla unter anderem mit „Lampedusa“. Das ruhige Instrumentalstück ist nach der italienischen Insel benannt, auf der jedes Jahr Tausende Flüchtlinge aus Afrika landen. Die Musik wirkte so kompakt, dass man sich fast vorstellen konnte, wie es sein muss, in einem Flüchtlingslager eingesperrt zu sein.

Von Friederike Schockenhoff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.