Schauspieler sieht sich als Spätzünder in Sachen Musik

Axel Prahl überzeugt bei Sommer im Park

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Ohne kühles Getränk ging es nicht: Axel Prahl beim Vellmarer Sommer im Park. Foto: Fischer

Vellmar. Dass ihm manche sagen, er sehe im Fernsehen größer aus, nimmt Axel Prahl mit Humor. Der im holsteinischen Eutin geborene Schauspieler, besser bekannt als Tatortkommissar denn als Musiker, verfügt über eine ansprechende, rau-rauchige Soulstimme und über viel Musikalität.

Obwohl ein Spätzünder in Sachen Konzertpraxis – „Ich war 51, als ich als Musiker entdeckt wurde“ –, präsentiert sich der 54-Jährige, der einige Semester Musik studiert hat, auf der Bühne souverän. So auch am Freitag zusammen mit dem Inselorchester beim Sommer im Park in Vellmar (Kreis Kassel). Resonanz: Ausverkauft.

Zum Auftakt: Prahl ohne Orchester, aber mit akustischer Gitarre und lockerer Begrüßung: „Willkommen zu meiner Nebentätigkeit. Das nächste Stück habe ich als Jugendlicher am Lagerfeuer geträllert: ,Summertime‘“. Prahl trällert es immer noch beachtlich. Dann folgt ihm das neunköpfige Inselorchester auf die Bühne. Gitarren, Bass, Cello, Schlagzeug, Saxofon, Violine, Keyboard – alles gute Musiker.

Aus dem Beatles/Cocker-Klassiker „With a little help from my friends“ machen Prahl und das Orchester einen fröhlich schlendernden Swing. Den Roy-Black-Schmusehit „Du bist nicht allein“ parodiert er mit tiefer, düsterer Stimme und hat damit die Lacher auf seiner Seite. Mal setzt er auf schwermütige Balladen, etwa von Rio Reiser oder Gerhard Gundermann, dann wieder gibt er den verschmitzten Schalk, der Anekdoten zum Besten gibt – „ein vietnamesischer Händler hat mir mal zum Jahreswechsel ,gute Luutsch‘ gewünscht“ –, oder er versucht, das Publikum zum Chorsingen zu animieren mit einem afrikanischen Silbensalat. Lachen war hier Trumpf.

Bei der Textvorlage „Es geht doch nichts über ein gemeinsam gesungenes Lied“ hingegen sangen fast alle mit. Prahl strahlte. Lautstarker Schlussapplaus, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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