Eine Szenencollage des Dienstagsprojekts des Theaters Chaosium wurde im Dock 4 aufgeführt

Theater Chaosium: Wo Till Eulenspiegel Pate stand

Auf den Spuren von Till Eulenspiegel: Wolfgang Diel vom Theater Chaosium. Foto: Herzog

Kassel. „Den hab’ ich aber wieder verärmelt, oder wie heißt das?“, sagt die Dame auf der Bühne, und es klingt noch nicht mal gehässig. Gerade hat sie ihren Angebeteten zum x-ten Mal losgeschickt, ein „Dessong“ umzutauschen. Mal passt ihr die Farbe nicht, dann ist die Größe falsch. Und der Liebste trollt sich brav davon.

Die Darsteller gehören zum Ensemble Dienstagsprojekt des Theaters Chaosium, in dem Menschen mit und ohne Psychoseerfahrung gemeinsam auf der Bühne stehen.

Um Streiche geht es in deren neuem Stück. Die Mitwirkenden haben Geschichten von Till Eulenspiegel nachimprovisiert und mit ähnlichen Streichen gemischt. So ist eine Collage aus bekannten Geschichten und skurrilen Alltagssituationen entstanden, die den Premieregästen im voll besetzten Dock 4 ebenfalls bekannt vorgekommen sein dürften.

„Till - Tilla - ausgetillt“ handelt von kleinen Biestigkeiten, die jedem schon mal begegnet sind. Die Akteure benötigten zur Premiere keine starre Textvorgabe, um die Szenen lebhaft auszuspielen. Sie improvisierten dort weiter, wo die Situation es zuließ. Mit Spielfreude und Leichtigkeit gelang ihnen eine temperamentvolle und atmosphärisch dichte Aufführung.

Auch wenn manche Darsteller im Minutentakt die Rolle wechseln mussten: Ihr Spiel wirkte stets authentisch. Dass einzelne Dialoge in lupenreinem Kasseler Dialekt vorgetragen wurden, unterstrich diesen Eindruck. Das Publikum bedankte sich nach einer guten Stunde Spielzeit mit kräftigem Applaus.

Weitere Aufführungen: Heute und Samstag, jeweils 19.30 Uhr, auf Deck 1 im Dock 4.

Von Ilona Polk

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