KISS-Stipendium: Schüler zeigen Ergebnisse

Wo Toaster Lava spucken können

Romina Abate

Kassel/Ihringshausen. Am Anfang war das Popcorn. Mit einer Maschine, die Maiskörner aufpoppen ließ, kam Romina Abate zum ersten Mal als KISS-Stipendiatin in die Klasse 7 d der Gesamtschule Fuldatal. KISS, „Kultur in Schule und Studium“, wird unter anderem vom Siemens Arts Program an nur fünf Studierende vergeben. Die 28-Jährige wurde 2009 ausgewählt, wie ihr Kommilitone an der Kunsthochschule Kassel, Jens Ertelt, der an der Offenen Schule Waldau unterrichtete.

Ziel von KISS ist, Ideen für den Unterricht im Austausch mit zeitgenössischen Künstlern zu verwirklichen. Romina Abates Schüler sollten sich, so ihre Vorstellung, die künstlerische Strategie des Berliner Bildhauers Michael Sailstorfer aneignen, ohne dessen Arbeiten nur nachzuahmen, also „sailstorferisch arbeiten, ohne ihn zu kennen“. Erst später stellten die Schüler per Mail ihre Fragen - sein Besuch in der Klasse blieb leider aus.

Sailstorfer gebe den Dingen eine neue Bedeutung, er verwandele ihren Sinn, sagt die 28-Jährige. Das taten auch die 12- und 13-Jährigen, die - von der Popcornmaschine ausgehend - weitere Geräte umdeuteten und selbst umbauten: Ein Mixer wurde zum Karussell, ein Toaster zum Lava spuckenden Planeten, ein Aquarium-Set mit Lego-Motor zum Orkan in der Karibik. Morgen, 10-13 Uhr, werden die Ergebnisse beim Tag der offenen Tür in der Gesamtschule vorgestellt.

Das Stipendium habe sie zwar ein Semester gekostet, sagt Abate, „es war super aufwendig, aber ich habe viel gelernt“. Ein „Glücksfall“ sei ihre Mentorin Karin Balkenhol gewesen. Die Schüler hätten beachtliche Konstruktions- und Abstraktionsleistungen vollbracht - fantasievoll und sehr unbefangen: „Kinder können mit Kunst viel mehr anfangen, als man annimmt.“ (vbs)

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