Oliver Stellers Lessing-Programm in Vellmar

Töne, Lust, Wein

Oliver Steller Foto: Malmus

Vellmar. Sehen Schüler diese kleinen Reclam-Heftchen, dann sehen sie nicht nur Gelb, sondern häufig auch Rot: Heine, Rilke, Goethe und Co – puuh – Zwangsarbeit am verstaubten Material. Ein anderes Format, die Dichter vergangener Jahrhunderte zu präsentieren, hat der Sänger und Gitarrist Oliver Steller entwickelt: Auf die Bühne damit!

Am Montag in Vellmar im Piazza zelebrierte der 44-Jährige „Gotthold Ephraim Lessing – Alles oder Nichts“ vor 70 Besuchern. Als Lesung? Nein, viel unterhaltsamer. Viel eindringlicher. Viel lebendiger. Lessings (1729-1781) Biografie, seine Werke, seine Gedanken und Gedichte verschmolz Steller mit Musik. Er selbst singt und spielt Gitarre. Flankiert wurde Steller von dem Saxofonisten Bernd Winterschladen und dem Kontrabassisten Dietmar Fuhr.

Einfühlsam erzählte Steller Lessings Leben. Den Aufklärer, Dichter, Bibliothekar, Kritiker, Komödien- und Trauerspielschreiber, den Studienabbrecher, Satiriker und vieles mehr brachte er zur Sprache. Dazu Lessings Kindheit, die frommen Eltern. Der Vater ein jähzorniger Pfarrer, der den jungen Lessing zu der Erkenntnis kommen ließ: „Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.“ Dabei ließ Steller stets die Musik weitererzählen - in Pop, Jazz oder Blues: „Töne, Lust und Wein. Töne frohe Leier.“ Fazit: Gelb sind die Reclam-Heftchen, bunt ist dagegen Stellers Programm. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.