Tolle Perfomance zum Start der Kindermusiktage

Starke Performance: (von links) Ulrike Meyerholz, Rachel Schunn, Enikö Kovacs, Susanne Lück und Stephanie Schwarz. Foto: privat/nh

Kassel. Zwei wichtige Erkenntnisse bot die Eröffnungsveranstaltung der Nordhessischen Kindermusiktage jetzt in der Musikakademie: Mut wird belohnt, und Kindern kann man viel zutrauen, manchmal mehr als einigen Erwachsenen.

Was die Grundschüler der Kasseler Schule am Wall und in einer zweiten Vorstellung Schüler der Langenbergschule Baunatal-Großenritte zu hören bekamen, war neue Musik: Sechs Uraufführungen von Stücken, die Studierende der Kompositionsklasse Frank Gerhardt eigens für diesen Anlass komponiert hatten. Gemeinsam war allen Beiträgen des Programms „Dreizehn Bilder einer Ausstellung“, dass es sich um Musik zu Gemälden handelte.

Die Bilder zu den neu komponierten Stücken wurden während der Aufführung an die Wand projiziert, und so konnte man selbst überprüfen, welche Bildelemente etwa einer herbstlichen koreanischen Landschaft man in Jiae Kims Stück für zwei Violinen und Klavier wiederfinden konnte.

Schwer zu sagen, ob die Grundschüler diesen Bezug herstellten, oder ob sie einfach der Musik in ungewohnten Besetzungen lauschten – dazu gehörten Klavier und Gitarre, zwei Bariton-Sänger a cappella, Klavier, Vibrafon und Glockenspiel sowie ein gemischtes vokal-instrumentales Ensemble, alles gespielt von Studierenden der Musikakademie.

Tatsächlich waren die Kompositionen nicht Avantgarde pur, sondern eher impressionistisch in ihrer Anmutung. Doch Stücke ohne „singbare“ Melodie und eingängigen Rhythmus sind schon für manche Erwachsene schwer konsumierbar. Um so erstaunlicher war die Unbefangenheit oder auch Gelassenheit, mit der die Kinder den Stücken folgten.

Besonders interessant war Dimitri Zhovkowskis „Genesis“ auf den entsprechenden Bibeltext zu einem kryptischen Bild eines alten Fischers: Zwei Sänger, die den Raum zunächst in parallelen Quinten, dann in verschiedenen Intervallabständen in langsam-sakraler Weise mit ihren Stimmen füllten.

Die Gemälde, die Modest Mussorgski bei der Komposition seines Klavierzyklus’ „Bilder einer Ausstellung“ vor Augen hatte, sind verschollen. Unter der Leitung von Ulrike Meyerholz, der Dozentin für Elementare Musikpädagogik und neuen Leiterin der Kindermusiktage, boten vier Musikpädagogik-Studentinnen daher eine faszinierende, von den Kindern begeistert aufgenommene Schwarzlicht-Performance zu fünf Sätzen Mussorgskis. Toll, wie in den „Tuilerien“ Schmetterlinge flatterten, Sterne über dem „Alten Schloss“ aufgingen und sich Elemente zum Gesicht des „Gnomus“ formten.

Bewundernswert auch die souveräne Technik und Ausdruckskraft, mit der Samuel Cho die Stücke live auf dem Flügel spielte.

Die nächsten Termine

• Dienstag, 19 Uhr, Musikakademie: Gesprächskonzert „Musikvermittlung – aber wie?“

• Mittwoch, 20 Uhr, EAM, Monteverdistraße 2: Meisterkonzert des Voglerquartetts.

• Donnerstag, 18 Uhr, EAM: Bühne frei! – Schülerkonzert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.