Toll: Triomotion und Heiko Pape im Theaterstübchen

Constanze Betzl

Kassel. Im beachtlichen 21. Jahr ihres Bestehens bestritt das Kasseler Ensemble Triomotion am Dienstagabend seinen zweiten Auftritt im Theaterstübchen.

Das aus Profimusikern bestehende, zum Quartett erweiterte Trio mit der Seltenheitswert besitzenden Instrumentenkonstellation hatte um die 50 Zuhörer in den Club gelockt. Diese wurden mit einer ebenfalls höchst ungewöhnlichen Musikmischung verwöhnt, dargeboten mit kaum Wünsche offen lassender professioneller Souveränität.

Constanze Betzl glänzte mit klarem Ton an der Querflöte in Stücken der jung verstorbenen französischen Impressionistin Lili Boulanger und in Claude Debussys „Claire de lune“. Nicht weniger als 13 Bauernmusikstücke von Béla Bartók hatte Marimbafonist Rüdiger Pawassar arrangiert, und sie wurden nonstop mit verblüffender Selbstverständlichkeit und großartigem Zusammenspiel abgespult. Die Exaktheit in der Ausführung konnte nicht nur Hobbymusikern die Tränen in die Augen treiben. Vibrafonist Bernhard Betzl bildete den dritten Eckpfeiler des perfekt harmonierenden Trios.

Heiko Pape

Nach der Pause gesellte sich der bekannte Kasseler Jazzbassist Heiko Pape zu den drei Protagonisten. Mit seinen Eigenkompositionen „Almost blue“, „Song for James“ und „Otra vez“ brachte er weitere Facetten ins Klangbild ein. Durch seine virtuose Beherrschung von Kontra- und E-Bass überzeugte er auch in den Fusionklassikern „No mystery“ von Chick Corea und „Weather Reports Birdland“, das Triomotion dem Theaterstübchen widmete. Hier hätte man fast glauben können, einen Stanley Clarke oder Jaco Pastorius zu hören.

Nach zwei vehement vom sehr diszipliniert zuhörenden Publikum geforderten Zugaben endete das außergewöhnliche, zweistündige Konzert.

Von Wolfgang Wollek

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