Tolle Stimme, aber verhaltener Auftritt: Laura Jostes im Theaterstübchen

Präsentierte ihre eigenen Lieder: Laura Jostes im Theaterstübchen. Foto: Zgoll

Kassel. Das Theaterstübchen präsentierte sich am Dienstag als Talentschmiede. Zum Auftakt streichelte sich der junge Singer-Songwriter Lucas Mohr als Support drei Stücke aus der Seele, dann hieß es: Bühne frei für die Kasseler Sängerin Laura Jostes und ihre Band.

Sie hat eine tolle Stimme: soulig, warm, aus der Tiefe kommend. Zudem ist sie jung und attraktiv. Beste Voraussetzungen, das Image eines Geheimtipps abzulegen. Bisher spielte sie mit ihrer Band zumeist als Vorgruppe. An diesem Abend spielte sie im bestens gefüllten Club in der Jordanstraße die Hauptrolle.

Zusammen mit den Musikern Christian Svenson (Schlagzeug), Udo Krüger (Piano/Keyboard) und Stefan Metz (Saxofon/Gitarre) präsentierte die 25-Jährige eigene Stücke. Auch die Texte stammen aus ihrer Feder. Pop, Soul, Blues und Balladen prägen ihr Programm „I’ll take you home“. Sie singt über Lebendigkeit, zerbrochene Liebe oder über lange Autofahrten, bei denen man „über die Musik aus dem CD-Player schon mal eine rote Ampel übersieht“. Hier und da ist Gänsehaut im Anmarsch, breitet sich aber nicht aus.

Laura Jostes als Rohdiamanten zu bezeichnen, scheint bei dieser Stimme angebracht. Genauso deswegen ist sie aber nicht nur zu loben. Oder vielleicht noch mehr zu loben? Damit sie auf der Bühne etwas mutiger wird. Damit sie Kanten zeigt, weniger Unnahbarkeit, mehr Präsenz.

Die Stücke gehen recht gut ins Ohr. Die Band harmoniert, die Musiker verstehen ihr Handwerk. Das gilt auch für sie. Doch warum so schüchtern? Warum so brav? Warum bei dieser tollen Stimme die Gefühle mit angezogener Handbremse abfahren lassen? An ihrem Saxofonisten Stefan Metz sollte sie sich orientieren. Der lässt die Freude, die Qualen, die Leidenschaft mit großartigen Soli raus. Der zeigt sich.

Sowohl für die Instrumentalisten wie auch für Laura Jostes gab es zum Schluss reichlich Applaus. Dennoch: In Laura Jostes schlummert noch wesentlich mehr. Bei so viel Kapital auf ihrer Talentbank darf sie sich bei ihren Auftritten mit gutem Gewissen mehr von der Leine lassen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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