Der norwegische Vollblut-Entertainer Bernhoft überzeugte bei einem mitreißenden Auftritt im Kulturzelt

Tolle Stimme, kesse Performance

Gekonnter Hüftschwung inklusive: Jarle Bernhoft beim Auftritt im Kulturzelt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wenn das Publikum mit rhythmischem Klatschen die Zugaben einfordert, spricht das für den Erfolg des Künstlers. Wenn die Leute dazu noch singen, dann muss der Song wirklich eingängig gewesen sein. Genauso verhielt es sich am Mittwochabend beim Konzert von Bernhoft im nicht ganz vollen Kasseler Kulturzelt.

Die „Oooh ooohs“ in dem auch sonst prima ins Ohr gehenden Stück „One Way Track“ wirkten offenbar so animierend, dass sie noch weitergesungen wurden, nachdem der norwegische Sänger die Bühne verlassen hatte. Er kam natürlich wieder, lobte das „fantastische Publikum“ und machte mit vier Zugaben seinen etwas mehr als eineinhalbstündigen Auftritt komplett.

Erfolg in den USA

Bernhoft, mit vollem Namen Jarle Norman Bernhoft-Sjødin, ist ein exzellenter Sänger, was sich schon bis nach Amerika herumgesprochen hat. So war er im Vorjahr als erster nicht-US-amerikanischer Künstler in der Kategorie „R & B“ für den Grammy nominiert. Phänomenal sind seine Solo-Auftritte und Videos, wo er mit Loops einen dichten Sound aus Stimmen und Instrumenten erzeugt.

Nach Kassel kam er indes in Begleitung von Gitarristin Hedvig Thomassen, Keyboarder Måns Mernsten, Bassist Vemund Stavnes und Drummer Fredrik Wallumrød, die eine lässig dahinrollende Basis für die souligen und funkigen Songs legten. Tastenmann Mernsten und Saitenfrau Thomassen punkteten außerdem mit ihren Soli. Bernhoft schien die Freiheit zu genießen, nicht allein den kompletten Klang zu verantworten. Der 40-Jährige blickte weitaus fröhlicher drein als auf manchem Foto und legte eine kesse, lasziv-humorige Performance hin. Ja, man kann sogar festhalten, dass sein Hüftschwung mit den einschlägigen Tanzschritten des hierfür berühmten Sängers der Band Wanda, die im Vorjahr im Kulturzelt war, vollends mithalten konnte.

Dazu sang Bernhoft mit der ihm eigenen Brillanz, mal sonor, mal im hohen Falsett. Und er spielte E-Piano, Gitarren, gern auch mal härter. Ein Vollblut-Entertainer, hieß es in der Ankündigung. Das kann man nur stehen lassen.

Von Georg Pepl

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