Tolles Kammerkonzert von Eugene Lifschitz und Alessandro Deljavan im Opernfoyer

Ernteten viel Beifall: Alessandro Deljavan (Klavier) und Eugene Lifschitz (Violoncello) beim Kammerkonzert im Opernfoyer. Foto: Fischer

Kassel. Das 19. Jahrhundert hat das Violoncello geliebt. An diese große Liebe erinnerte das jüngste Kammerkonzert im gut gefüllten Opernfoyer - es war ein hochkarätiger Abend mit Eugene Lifschitz, dem Solocellisten des Staatsorchesters, und dem italienisch-persischen Gastpianisten Alessandro Deljavan, der eigens aus Italien angereist war.

Die beiden demonstrierten, wie man Werke des 19. Jahrhunderts heute spielen sollte - emotional, aber ohne breiten Pinsel und wabernde Unklarheiten. Bei makelloser Balance beeindruckte die feinsinnige Gestaltung der beiden Musiker, nicht zuletzt in dem manchmal vernachlässigten leisen Bereich. Wunderschön war die hohe Klangkultur mit fein perlenden Klaviertönen und dem ebenso ausdrucksvollen wie luziden Celloklang.

Das Konzert begann mit dem schwebenden Zauber einer Cellokantilene, ehe es dann feurig wurde: Zu genießen war Robert Schumanns „Adagio und Allegro“ op. 70, ein kostbares Stück, das ursprünglich für Horn und Klavier konzipiert worden ist, aber auch mit dem Cello hervorragend klingt.

Dann Beethoven und seine A-Dur-Sonate op. 69 aus dem Jahr 1808: In dieser auf den heroischen Stil folgenden Schaffensperiode hat der Meister das gesanglich-melodische Element besonders betont - mit starker Wirkung auf die romantische Komponisten-Generation. Doch wie immer bei Beethoven gibt es auch hier Kontraste und eine mitreißende rhythmische Energie. Lifschitz und Deljavan leuchteten all dies eindrucksvoll aus.

Das galt erst recht für Johannes Brahms’ komplexe, äußerst dicht gefügte Sonate F-Dur op. 99, die zu Unrecht seltener gespielt wird als dessen e-Moll-Sonate. Nach der Brahms-Krönung mit einem weiten Spektrum von Dramatik bis zur Innigkeit gab es den verdienten großen Beifall der etwas mehr als 120 Gäste. Die Musiker verabschiedeten sich mit der Wiederholung des feurigen Schumann-Allegros.

Von Georg Pepl

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