Tradition und Ambition:

Die Wuppertaler Kurrende in der Friedenskirche 

Vielfach ausgezeichnete Sänger: Die Wuppertaler Kurrende unter Leitung von Dietrich Modersohn. Foto: Schachtschneider

Kassel. Gut 80 Zuhörer erlebten am Freitagabend in der Friedenskirche eine Premiere: Die Wuppertaler Kurrende, ein mehrfach ausgezeichneter Knaben- und Männerchor, gastierte auf dem Weg nach Göttingen auch in Kassel.

Beachtlich war dabei die Leistung, die über 50 Chorsänger in der Gemeinde unterzubringen. Carsten Rohrberg, Chorleiter der Friedenskirche, hatte sie nach einem ersten Internetkontakt weitervermittelt und das Rahmenprogramm organisiert. Einige Familien nahmen schließlich bis zu acht der 10- bis 13-Jährigen auf.

Im ersten Teil des spendenfinanzierten Konzerts führte Dirigent Dietrich Modersohn dann mit „Agnus Dei“-Vertonungen durch die Jahrhunderte. Bei den Werken von Arnold Schlick und Claudio Monteverdi zitterte man noch mit. Doch Max Regers „Oh Lamm Gottes unschüldig“ erklang expressiv wie geerdet. Das doppelchörige „Agnus Dei“ von Frank Martin wurde durch seine mitziehende Rhythmik und Melancholie zum Kernstück.

Nicht überzeugend geriet die etwas kitschige Komposition von Karl Jenkins, und bei der textierten Fassung von Samuel Barbers „Adagio for Strings“ fehlte es dem Chor leider an Strahlkraft.

Thematisch passend gestaltete Organist Jens-Peter Enk mit einer „Easter Suite“ von Charles Callahan die Atempause. Danach standen zehn zum Großteil bekannte Volkslieder auf dem Programm, die - bis auf Werke von Felix Mendelssohn - von Musikern aus dem Bergischen Land gesetzt waren. Reiner Männerchor und voller Chor wechselten sich hier stimmungsvoll ab. Woher die Sänger stammten, wurde nach dem herzlichen Applaus noch einmal deutlich: Ein bergisches Fuhrmannslied stand am Ende einer organisatorisch ambitionierten, inhaltlich aber etwas traditionellen Chor-Premiere.

Von Felix Werthschulte

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