Träumen, traurig und trotzig sein

Jahrmarkt der Emotionen: Die Formation Danjal spielte im Theaterstübchen

Kassel. Einen schräg-avantgardistischen Charme verströmt die Band Danjal. Das gilt sowohl für ihre bizarre, gefühlsstarke Musik wie auch für das Erscheinungsbild. Am Dienstag gastierte Danjal im gut gefüllten Theaterstübchen.

Gitarrist und E-Mandolinenspieler Kim Nyberg trägt Bowler und meterlange Haare, die anderen Hüte und Klamotten wie aus dem Second-Hand-Shop. Der legendäre Zeichner und Filmregisseur Tim Burton hätte an der Band und ihrer Musik sicher seine Freude.

Und das nicht nur, weil der Gesang an die Aura der legendären Tom Waits und Leonard Cohen erinnert, sondern weil eine mitreißende Melange gelungen ist, die sich aus Folk, Blues, Tango und Balkankultur ebenso speist wie aus starken Stimmungswechseln. Sänger, Pianist, Herz und Kopf der Band ist Danjal a’ Nestabo von den Färöer-Inseln. Ein sympathischer Zeitgenosse - exzentrisch, sehr gefühlvoll, ein wenig verrückt. Mit der Bierflasche in der Hand und dem Schalk im Nacken stimmte er auf die CD „The Bubble“ ein: „It is the best CD of the world.“

Seine Geschichten sind voll lyrischer Kraft und poetischer Sinnsuche. Wie das Stück über einen kleinen Jungen, der am Fluss spazieren geht und zum Ozean gelangt. „The River“ steht beispielhaft für den Klangjahrmarkt voller Innenschau. Träumen, traurig, trotzig sein. Danjal tupft mal mit einer Hand die Töne auf dem Flügel an, mal schlägt er auf die Tastatur wie jemand, der einen Wutanfall bekommt. Seine Band hält sich meist im Hintergrund. Ulrik Brohuus (Schlagzeug), Nyberg und Erik Olevik stellen die Rhythmusfraktion, Klarinettistin Annika Jessen glänzt mit stimmungsvollen Melodie-Soli.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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