Marcel Gein, helmut lampshade und Holmes traten im Kulturhaus Dock 4 auf

Trashiger Country-Abend

Traurig-schön: Der Münchner Julian Bätz als helmut lampshade auf der Studiobühne Deck 1. Foto:  Malmus

Kassel. Eigentlich spielen Marcel Gein und Julian Bätz gemeinsam in der Country-Band Perry O’Parson. Doch am Mittwochabend waren die beiden Singer- und Songwriter auf der Studiobühne Deck 1 im Dock 4 solo unterwegs. Beide spielten überwiegend eigene Songs. Während Marcel Gein (Mannheim) dem Country auch als Solist treu blieb, spielte Julian Bätz als helmut shampshade (München) überwiegend trashige Gitarrenmusik. Beide traten im Vorfeld der schwedischen Gruppe Holmes auf.

Mit zittriger, aber klangvoller Stimme und geschlossenen Augen spielte helmut lampshape eine halbe Stunde. Kleine Pannen begleiteten seinen zweiten Auftritt als Solokünstler. Eine kurze Pause benötigte er, um seine Gitarre zu stimmen. Elektrosounds im Hintergrund ergänzten seine Gitarrenmusik.

Er ist ein Musiker, der sich in seine Musik hineinsteigert und dabei das Publikum kaum wahrnimmt. Sein Körper stand unter Strom, seine Mimik wirkte zum Zerreißen traurig, und seine Haltung glich der Bronzefigur vor der Martins-kirche.

Beim -Frontmann von Perry O’Parson, Marcel Gein, merkte der Zuschauer sofort, der Mann ist routiniert. Mit seiner rauchigen Stimme, der Akustik-Gitarre und der Mundharmonika lieferte er ein halbstündiges Programm in bester Johnny-Cash-Tradition ab. Zwischen seinen Eigenkompositionen spielte er gekonnt Coversongs von Bob Dylan.

Zwei tolle Auftritte

Während man von Julian Bätz’ Körpersprache beeindruckt war, hörte man Marcel Gein lieber zu. Dennoch legten beide einen tollen Auftritt hin. Nur schade, dass sie im Instrumentenmeer der Gruppe Holmes auftreten mussten.

Die sechsköpfige Band aus Göteborg war mit mehreren Gitarren, Schlagzeug, Keyboard, Akkordeon und einer Zither angereist. Die Skandinavier spielten eine eigene Form des Country, der weniger an Western, als vielmehr an Kanu-Touren in wilder Natur erinnert.

Die Schweden legten wahrlich einen gewaltigen Auftritt hin. Sechs Leute sind eben mehr als einer. Die Auftritte der Solokünstler wurden da schnell zur Nebensache. Mit einem brachialen Zusammenspiel der einzelnen Musiker sorgten Holmes in dem kleinen Saal für Stimmung. Von dem 40-köpfigen studentischen Publikum gab es Applaus und Zurufe.

Von Heike Wagner

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