Zum Versinken: Der Pianist Michael Fiedler gastierte im Theaterstübchen

Traumhafte Erzählungen

Ein Romantiker: Der Pianist Michael Fiedler unterhielt die Zuhörer im Theaterstübchen auch mit seinen Ansagen. Foto: Socher

Kassel. „Omas sind cool, weil sie ihren Enkeln Dinge erzählen, die sie ihren Kindern so nicht erzählen.“ Michael Fiedlers Liebeserklärung an die Großmütter dieser Welt kam nicht von ungefähr. Schließlich liebt es der in Kassel geborene Pianist und Komponist genau wie seine verstorbene Großmutter, Geschichten aus dem Leben zu erzählen. Doch das Erzählen findet bei ihm nicht nur durch Worte, sondern auch durch seine langsam-verträumten Instrumentalkompositionen statt.

Zu diesen musikalischen Erzählungen lud er das Publikum am Mittwochabend ins ausverkaufte Theaterstübchen ein. Dabei präsentierte Fiedler ein mehr als zweistündiges Programm, das reich an Klangfarben war. Einige Zuhörer wirkten ganz in die Musik versunken und schlossen bei dem sehr gefühlvollen Vortrag des in Vellmar aufgewachsenen Pianisten die Augen. Auch wenn Fiedler auf virtuose Einlagen und ausgefallene Rhythmen verzichtete, überzeugten seine Songs mit einer Mischung aus schönen Melodielinien und passenden Pop-Harmonien.

Bei vielen Titeln zeigte der in Ludwigsburg lebende Pianist eine Vorliebe für weiche Sexten in der rechten Hand und donnernde mit der linken Hand gespielte Oktavausbrüche in der Bassoktave. Bei diesen Wohlfühlharmonien wirkte der Titel des Konzerts „Traumzeit“ passend. Fiedler, der sich selbst als einen „zeitgenössischen Romantiker“ bezeichnet, verstand es, das Publikum auf eine solche Traumreise mitzunehmen. Unterstützt von seinen stimmungsvollen Ansagen konnte sich das Publikum über einen entspannenden Abend in der romantischen Atmosphäre des Theaterstübchens freuen. Kräftiger Beifall, zwei Zugaben zum Weiterträumen.

Von Sebastian Krämer

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