Trennung vor 40 Jahren: Das Ende der Beatles‎

+
Die Beatles schrieben als „Fabulous Four“, als die legendären Vier, Musikgeschichte. So sahen sie in ihrer Pilzkopfphase aus: Paul McCartney und Ringo Starr (oben von links) sowie George Harrison und John Lennon (unten von links).

"She loves you, yeah, yeah, yeah!“ - Am 23. August 1963 kam dieses Lied der Beatles heraus und wurde sofort zum Welterfolg. Allein in Großbritannien wurden 1,6 Millionen Platten verkauft.

Lesen Sie auch:

Sechs Silben auf drei Tönen - eine schlichtere Zeile hat wohl nie die Welt bewegt. Doch genau das taten die Beatles - mit diesem Song wie mit vielen anderen. Ein knappes Jahrzehnt nur hatte die Band mit den legendären vier Liverpooler Jungs John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr Bestand. Genau vor 40 Jahren, am 10. April 1970, gab Paul McCartney das Ende der Beatles bekannt. Doch die Zeit hatte gereicht, um sie zur größten Legende der neueren Musikgeschichte zu machen.

Die Beatles im Internet:

Hat sich in den Beatles eine neue Zeit ausgedrückt, oder waren sie es selbst, die eine neue Zeit hervorbrachten? Ein wenig trifft wohl beides zu. Eine unglaubliche Geschichte ist es in jedem Fall, wie unbekannte Musiker ohne rechte Ausbildung, die sich Ende der 50er-Jahre aus einer Skiffle-Schülerband formierten, sich in Hamburger Reeperbahn-Clubs professionalisierten, in den 60er-Jahren in kürzester Zeit die Musikwelt eroberten.

Mitspielen und iPod gewinnen

Das HNA-Beatles-Quiz - so spielen Sie mit

Die Musikwelt? Eher eine Generation junger Menschen. Denn die Hüter der traditionellen Musikkultur wollten von dem Yeah-Yeah-Yeah-Geschrei, wie sie es nannten, nichts wissen. Für viele von ihnen waren die Beatles gleichbedeutend mit dem Untergang der abendländischen Kultur - und in gewisser Weise stimmte das sogar. Denn tatsächlich hat sich mit den Beatles die Musikkultur radikal geändert.

Was die Beatles in ihren Liedern aus verschiedenen Einflüssen wie Skiffle, Rock ’n’ Roll, einer Prise Jazz und der damals aktuellen Liverpooler Stilrichtung des Mersey-Beats zusammenschmolzen, war neu und begeisterte die Jugend auf dem gesamten Globus.

Die vier Pilzköpfe - und mit ihnen eine immer größer werdende Zahl von Bands - etablierten in jenen Jahren die Popkultur - die mächtigste kulturelle Bewegung, seit sich vor 250 Jahren die bürgerliche Kunst von der höfischen Bevormundung löste.

Das alles war nicht absehbar, als die Beatles nach ihren ersten Erfolgen Platte um Platte und Hit auf Hit produzierten. 13 Studioalben entstanden zwischen 1963 und 1970. Das Duo Lennon/McCartney schrieb geniale Songs wie am Fließband - gut 200 hinterließen die Beatles insgesamt.

Die Beatles - ein Mythos

George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und im Hintergrund am Schlagzeug Ringo Starr (von links nach rechts). Am 24.6.1966 war es soweit: The Beatles traten im Münchner Circus Krone-Bau vor deutschem Publikum auf. © dpa
So berichtete die HNA am 25. Juni 1966 über den ersten Deutschland-Auftritt der Beatles. © 
Im Beatles Museum in Halle/Saale sind Miniaturen der Beatles zu sehen. © dpa
Die Beatles bei ihren Auftritt im Münchner Circus Krone Bau am 24.06.1966. © dpa
Die Beatles nach der Verleihung des Ordens MBE (Member of British Empire) durch die englische Königin im Saville Theatre in London im November 1965. © dpa
Posthume Ehre: George Harrison bekommt 2009 einen Stern - gehalten von seiner Witwe Olivia Harisson - auf dem Walk of Fame in Los Angeles. © dpa
Die Beatles begeistern live. © dpa
Und im Jahr 1964 © dpa
...und als begehrtes Fotoobjekt. © dpa
Die Beatles in New York: Als sie 1964 dort auftraten, waren sie die ersten britische Gruppe in Neu-England. Damit begann im Musikgeschäft die so genannte "britische Invasion". © dpa
Paul McCartney mit Vollbart 1969. © dpa
Ringo Starr auf dem Cover von "The Beatles Book" 1965. © dpa
Wer viel arbeitet, darf auch mal Urlaub machen: Patti Boyd und das Beatles-Mitglied George Harrison auf Barbados (undatiert). © dpa
Paul McCartney bei einem (undatierten) Auftritt in London. © dpa
Die frühen Jahre: George Harrison (von links), Paul McCartney, John Lennon and Ringo Starr. © dpa
Entspannt: Paul McCartney und John Lennon auf einem Foto von 1967.  © dpa
In Hamburg: Ringo Starr (von links), Paul McCartney, George Harrison und John Lennon. © dpa
Strawberry Fields im New Yorker Central Park: Hier ist der Gedenkstein für den in der Nähe ermordenten John Lennon eingelassen.  © dpa
Der "späte" George Harrison (1988). © dpa
Das Stern-Titelblatt aus dem Jahr 1965 zeigt "Die vier Frauen der Beatles". © dpa
Die Beatles Paul McCartney (von links), George Harrison, John Lennon und Ringo Starr mit den Orden "Member of the Order of the British Empire". © dpa
Liebespaar: Yoko Ono und John Lennon. © 
Die legendäre Abbey Road in London. Noch heute stellen Passanten das Cover des "Abbey Road Albums" nach.  © 
Der Eingang zum Jacaranda Club in Liverpool. Dort trat die weltberühmte © dpa
Am 25. Juni 1966 begeisterten die Pilzköpfe ihre Fans in der Essener © dpa
Liverpool 1965 in der Beatles-Euphorie: Jugendliche suchen ihre Chance im © dpa
Die Mitglieder der britischen Popgruppe The Beatles, (von links) Paul © dpa
Die Beatles waren bei ihren Fans sehr beliebt und mussten auch schon mal flüchten. © dpa
Immer auf Tour. Die Beatles spielten weltweit Konzerte. Hier steigen sie am 15. März 1965 in Salzburg aus dem Flieger. © dpa
Die Frauen waren verrückt nach den Pilzköpfen. © dpa
Mit diesen alten Aufnahmegeräten nahmen die Beatles in den Londoner Abbey Road Studios ihre Songs auf. © dpa
Auf jeder Party war das Quartett gern gesehen. © dpa
In diesem Liverpooler Haus verbrachte John Lennon seine Kindheit Dessen Witwe Yoko Ono kaufte es nach dem Tod ihres Mannes. © dpa
Auch heute stehen Beatles noch vereinzelt auf der Bühne. Hier ein Bild aus der Hamburger ColorLine Arena vor dem Konzert von Paul McCartney am 2. Dezember 2009. © dpa
Ein Paar, das für viele Schlagzeilen sorgte: John Lennon und Yoko Ono. © dpa
Paul McCartney singt während eines Gedenkkonzerts für seine verstorbene Frau Linda. © dpa
Auf diesem Foto rocken die Beatles bei einem Auftritt im Londoner Lyris Theatre. © dpa
Nach einer Meditationsübung folgen die Beatles ihrem Guru Maharishi Mahesh Yogi. © dpa
Am 9.10.2000 eröffnete Lennon-Witwe Yoko in Tokio ein Museum zu Ehren ihres ermordeten Mannes. © dpa
Voller Stolz zeigen die Pilzköpfe auf diesem Foto ihre Orden "Member of the Order of the British Empire" in die Kamera, die ihnen von der britischen Königin verliehen wurden. © dpa
Cooler Typ: Ringo Starr bei einer Pressekonferenz am 28.9.1976 in Hamburg. © dpa

Was war ihre Botschaft? „All you need is love“ - befreit euch von den Zwängen einer spießigen Gesellschaft. Unbekümmerte Lebensfreude („Ob-La-Di, Ob-La-Da“) traf auf Traurigkeit („Hey Jude“) und Nachdenklichkeit („Yesterday“) - ein neues Lebensgefühl entstand. Vieles, so die immer länger werdenden Haare der Beatles und ihre Drogen-Experimente, passte zu einer rebellierenden Jugend im Aufbruch. Vereinnahmen ließen sich die Beatles aber nicht. Ihr Protest hatte etwas Spielerisches.

HNA-Video-Umfrage: Lieblings-Songs

Hier geht`s zum Video

Ihr kreatives Potenzial ermöglichte ihnen eine explosionsartige musikalische Entwicklung von den schlichten Hits der Anfangszeit wie „She loves you“ hin zu komplexen Stücken, wie sie sich auf dem vorletzten Beatles-Album „Abbey Road“ finden.

Die Beatles in Video und Ton:

Als sie vom Erfolg überrollt und von ausflippenden Fanmassen schier erdrückt wurden, hörten sie 1966 auf mit Live-Konzerten und zogen sich ins Studio zurück. Doch ihre Kreativität ließ sich nicht auf Dauer in einer Studioband bündeln. Als sie sich 1970 trennten, blieb ihr Projekt unvollendet. Doch für viele Millionen Menschen nicht nur ihrer Generation waren die Beatles und ihre Musik ein wichtiger Teil ihres Lebens. 1,3 Milliarden verkaufter Tonträger bis heute sind nur eine Zahl. Was sie aussagt, ist: „We love the Beatles, yeah, yeah, yeah!“

Ein großes Beatles-Spezial gibt es in der gedruckten SonntagsZeit-Ausgabe der HNA.

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.