Auftritt in der Rothenbach-Halle

Treue ist Liebe: Atze Schröder als Frauenversteher

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Er weiß, dass seine Geschlechtsgenossen manchmal Druck auf dem Kessel haben: Mit diesen und anderen Weisheiten punktete Atze Schröder in der Kasseler Rothenbach-Halle.

Kassel. Sex geht immer als Thema für Komiker. Das weiß auch Atze Schröder. In der Kasseler Rothenbach-Halle gab er nun Tipps zum Seitensprung - und präsentierte sich als Frauenversteher.

Die große Frage beim Auftritt von Comedian Atze Schröder Freitagabend in der voll besetzten Kasseler Rothenbach-Halle lautete: Wie würde der beliebte Charmebolzen aus Essen-Kray, dessen Privatleben neben dem Bernsteinzimmer zu den großen Geheimnissen der Welt zählt, sein aktuelles Programm „Richtig fremdgehen“ inhaltlich so präsentieren, dass man ihm nicht die Gefolgschaft kündigen muss?

Niemand wird wohl ernsthaft erwartet haben, eine Bedienungsanleitung für den legitimierten Seitensprung zu bekommen. Schon gar nicht von einem Porsche-Macho mit Afrofrisur und Pilotenbrille, dem man nachsagt, dass bei seinem derben Ruhrpott-Humor eine Horde Pinguine vor Lachen über die Klippe springen würde. Jürgen Klopp ist bei einem Atze-Kommentar in einer Interviewrunde schon fast mal an seinem Mikro erstickt.

Nun also das Thema Fremdgehen. Um es vorwegzunehmen: Treue ist die wahre Liebe. Geschickt transzendierte Schröder die amourösen Eskapaden in das Reich der Fantasie, wo ja alles erlaubt ist. Das fiktive Liebesabenteuer gipfelte in der Begegnung mit einer Bankangestellten. Bei der war er während einer Feier an der Cocktailbar schon unauffällig tief in ihre Schlüpferregionen vorgedrungen, als just in diesem Moment der Chef des Hauses ihm die Hand zur Begrüßung schütteln wollte.

Gelegenheit macht Liebe, und Sex als Schnittmenge für 16- bis 60-Jährige beiderlei Geschlechts kommt immer gut an. Wenn Männer hormonell auf Autopilot schalten, dann läuft Schröder zur wortschöpferischen Hochform auf.

Dann haben sie „Druck auf dem Kessel“ und wer „Sahne will, muss Kühe schütteln“. Selbst „unter der Burka wird gejodelt“ und wenn die eigene Frau nur nervt, ist „fremdgehen Notwehr“. Und dann die Frage: „Dass Merkel sich nach oben geschlafen hat, kann ihr nun wirklich keiner unterstellen, oder?“

So vergehen zwei Stunden wie im Flug und als Fazit bleibt die Aufforderung, sexuelle Bedürfnisse im Beziehungsmodus auf die Reihe zu bekommen. Ob die Bestimmung des Menschen als monogames Wesen von der Natur so gewollt ist, lässt sich zumindest mit dem Verhalten von Tieren nicht belegen.

So sind auch die wollüstigen Bonobo-Affen Schröders Lieblingstiere und damit lässt er doch ein kleines Hintertürchen in Sachen Techtelmechtel offen. Großer Applaus und zwei Zugaben.

Von Andreas Köthe

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