Der Trickser: Gedankenleser Thorsten Havener in Vellmar

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Großer Magier: Gedankenleser Thorsten Havener. Foto: dpa

Manche halten den Gedankenleser Thorsten Havener für ein "angehendes Weltwunder". Sein Auftritt beim Vellmarer Festival Sommer im Park bewies, dass er auch nur ein Mensch ist - und ein großartiger Zauberer.

Vellmar. Eigentlich müsste Thorsten Havener diesen Text nicht mehr lesen. Er ist ja Gedankenleser, hätte also schon am Donnerstag bei seinem Auftritt beim Vellmarer Festival Sommer im Park wissen müssen, was wir später schreiben würden.

Aber hätten wir ihn im Festivalzelt danach gefragt, wäre er als Aufschneider und sein Programmtitel „Ich weiß, was du denkst“ als Witz entlarvt worden. Der 41-Jährige weiß viel über Körpersprache, Gedanken lesen kann er sicher nicht. Dafür ist er ein großartiger Magier, der es mit seinen Tricks schafft, dass man nach kurzweiligen zweieinhalb Stunden trotzdem denkt, er könne in unsere Köpfe schauen.

Der gebürtige Saarbrücker, der 1995 französischer Meister im Zaubern war, macht Kartentricks sowie lustige Rollenspielchen. Anders als andere Magier erweckt er jedoch den Eindruck, er könne etwa an der Körperhaltung seiner Gäste auf der Bühne ablesen, wer der Mörder in einem fiktiven Tatortspiel ist, nachdem fünf Zuschauer per Karte ihre Rollenzuweisung erhalten haben. Es sind nur Tricks, aber die sind verdammt gut.

Einmal bittet Havener einen Mann, sich eine Zahl zwischen 40 und 100 auszudenken. Die Zuschauer tragen in ein vier mal vier Felder großes Quadrat auf der Bühne Begriffe ein. Danach weist er jedem Wort eine Zahl zu und am Ende ergibt jede addierte Reihe (ob senkrecht, waagerecht oder diagonal) genau die Zahl, die der Zuschauer ausgewählt hatte: 78.

Haveners Show ist eine Mischung aus Zauberei, Comedy, Motivationsseminar und Hypnoseshow. Auf eine junge Frau redet er so lange ein, bis sie auf ihrer Schulter zu spüren glaubt, wenn ihr Freund angetippt wird. Einmal lässt er alle 500 Zuschauer im Saal den Kopf so weit wie möglich nach rechts drehen. Anschließend beschreibt Havener, wie wir nur in Gedanken den Kopf noch weiter wenden - beim zweiten Versuch schafft man es tatsächlich.

Am Ende ist man ebenso verblüfft wie ratlos. Aber man bekommt auch gute Alltagstipps. Wer beim Falten der Hände den linken Daumen oben liegen hat, habe laut Statistik besseren Sex, sagt der Pseudowissenschaftler Havener und rät, beim ersten Date vor dem Essen den Partner zu fragen, ob man nicht gemeinsam beten könne. Göttlich.

Sommer im Park Samstag, 20 Uhr: Dark Vatter (Rock’n’Roll auf Nordhessisch).

Von Matthias Lohr

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