Tröörige Lööder: Wehlheider Hoftheater spielt „Urmel aus dem Eis“

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Machen es sich in der Riesenmuschel gemütlich: Die zwölfjährige Lea Hobrecher als Wawa, der Waran (links), und die 14-jährige Annalena Gebert als Ping Pinguin.

Kassel. Wenn die Feindschaft ruht, ist am Ende alles gut. Verzeihen und eine Entschuldigung annehmen, auch vom ärgsten Feind, das ist die Botschaft des Theaterstücks „Urmel aus dem Eis“, das das Wehlheider Hoftheater in der Heinrich-Schütz-Schule in der Vorweihnachtszeit aufführt.

Zur Premiere waren am Dienstag hundert Kinder und Eltern in die Aula gekommen.

Titiwu, eine paradiesische Südseeinsel: Der Professor Tibatong (Thomas Gerner) hat bereits Schweinen, Pinguinen und Schuhschnäbeln das Sprechen beigebracht. Jetzt versucht er es bei einem Urmel (Lena Hartmann). Doch plötzlich taucht König Pumponell (Werner Kanturek) auf, der das Urmel für seine Sammlung will: tot oder lebendig.

Magdalena Horn und Astrid Möller haben das Stück nach einer Buchvorlage von Max Kruse in kindgerechten 75 Minuten auf die Bühne gebracht. Liebevoll die kunterbunten Kostüme aus Decken, Pappschnäbeln und Plüschflügeln (Kirsten Hebstreit). Gemütlich das Bühnenbild aus Strohhütte, Riesenmuschel und Schlummertonne.

Heiterkeit brachten die Sprachfehler. Der Waran hatte mit dem „z“ zu kämpfen („tschum Beispiel“), der Pinguin mit dem „sch“ („pfnell“).

Bei der Premiere steckte den überwiegend jungen Darstellern noch die Nervosität in den Knochen. Mehr Mut ist ihnen für die nächsten Aufführungen auch bei den Gesangseinlagen zu wünschen. Schade, dass auch noch die Technik mit Ausfällen kämpfte.

Sichtlich wohl auf der Bühne fühlten sich die zwölfjährige Lea Hobrecher als Waran Wawa und die 14-jährige Hauptdarstellerin Lena Hartmann als Urmel, die ihre Rollen mit Witz und Spielfreude ausfüllten. Komisch war Klaus Haack als melancholischer Seele-Fant im satingrauen Schlabberanzug. Mit bedröppelter, verträumter Miene trällerte er von seinem Felsen: „Ich söönge göörn tröörige Lööder“. Zum Schluss sang aber auch er im gemeinsamen Chor ein fröhliches Lied. Für ihn galt schließlich auch: Ende gut, alles gut.

Nächste Vorstellungen: Samstag und Sonntag, 15 Uhr, Karten unter 05 61/7 66 16 93.

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