Kasseler Organtheater begeisterte im Theaterstübchen

„Gesünder Sterben“: Tupperware als Urnen

Das Kasseler Organtheater zeigte „Gesünder Sterben“: Welf Kerner (von links), Uwe Jakubczyk, Dagmar Witzel, Ute Wienkamp und Jens Haupt. Foto: Schockenhoff

Kassel. Passend zum aktuellen Trend von Wellness, Fitness und Bio-Ernährung gibt das Organtheater Kassel in seinem neuen Programm Tipps zum „gesünder Sterben“.

Krankheit und Tod ziehen sich als roter Faden durch die schwarzhumorige Reihe von Sketchen und Liedern, die Jens Haupt, Uwe Jakubczyk, Ute Wienkamp und Dagmar Witzel sowie Welf Kerner am Akkordeon mitreißend präsentierten. Die Premiere im Theaterstübchen war ausverkauft und zu Recht umjubelt.

Niemand sterbe heute mehr gesund, „aber wir gehen dem Ende konsequent entgegen“, stieg das Quartett in das Programm ein. Die vier forderten die Zuschauer auf: „Lassen Sie sich nicht sterben, sterben Sie selbst.“ In loser Reihenfolge stellten sie neue Gesundheitsberufe vor. Dabei waren ein zum Hospizwirt umgeschulter Landwirt und eine Hebamme, die auf Gebärmutter umgesattelt hatte. Den meisten Applaus erhielt Ute Wienkamp als Tupper-Fachverkäuferin Marianne Hempel, die sich mit einer genialen Idee die goldene Tuppernadel verdient hat: Tupperschalen funktionieren auch prima als Urnen. Sie stellte unter anderem die Kollektion „Elegancia“ aus kristallklarem Kunststoff vor sowie die Dose „Aschenbrösel“.

Jens Haupt klopfte in der Rolle des Tods an die Tür einer auf Coaching und Supervision spezialisierten Frau (Dagmar Witzel). Vom Gedanken, dass er sie eigentlich mitnehmen wollte, brachte sie ihn mit einem Beratungsgespräch ab.

Seine ausgezeichnete Singstimme bewies Jakubczyk beim „Krankenhaus-Blues“ mit Welf Kerner. Darin stellten beide fest, die Steigerung von schlimm sei nicht schlimmer, sondern „ein stickiges Dreibett-Zimmer“. Überraschend endete der erste Teil des Programms mit einer gemeinsamen Runde vor dem Fernseher. Während sich Dagmar Witzel gekonnt die Chipsreste aus den Zahnzwischenräumen pulte, zeigte sich, dass Jens Haupts gelegentliches Röcheln nicht nur ein Hustenreiz gewesen war. Er kippte in den Schoß seiner Kollegin und rückte damit das Thema des Abends wieder in den Mittelpunkt.

Höhepunkt des zweiten Teils war Jakubczyks Kampf mit dem Docomat, dem elektronischen Arzt für zu Hause. Der kann selbstständig die Urinprobe auswerten oder die Milz auf dem griechischen Organmarkt anbieten. Und bei schlechter körperlicher Verfassung erhöht er auch noch ganz automatisch den Krankenkassenbeitrag.

Von Friederike Schockenhoff

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