Ailton: Kugelblitz zwischen Madenbad und Känguru-Hoden

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Vor dem Abflug in den Dschungel war für Ex-Fußballstar Ailton die Welt noch in Ordnung.

Köln - Freitag geht es für Ex-Fußballstar Ailton ins Dschungelcamp. Um vom Torschützenkönig zum Dschungelkönig zu werden, muss der Brasilianer Ekel-Hürden nehmen. Maden sind das geringste Problem.

Im australischen Dschungel blühen Ailton statt Torschützenkanone nur Maden und Spinnen - und der Hohn und Spott der Zuschauer.

Ach Ailton, warum denn nur? - Mitleidig und ein bisschen wehmütig werden sich spätestens am Freitag viele Fußballfans in Deutschland diese Frage stellen, wenn sie den einstigen Fußball-Bundesligastar ins RTL-Dschungelcamp einziehen sehen.

Dschungelcamp-Kandidaten starten nach Australien

Vom Frankfurter Flughafen starteten Model Micaela Schäfer (links), die Schauspielerin Radost Bokel (rechts), die Moderatorin Ramona Leiß (2. von links) sowie die Sängerinnen Kim Gloss (2. von rechts) und Jazzy (Ex-Tic-Tac-Toe). Ihre männlichen Begleiter sind die Sänger Daniel Lopes und Martin Kesici, Schauspieler Rocco Stark (Mitte), der Magier Vincent Raven sowie Ex-Fußballprofi Ailton. © dapd
Micaela Schäfer stöckelte 2006 bei "Germany's Next Topmodel" über den Laufsteg. © dpa
Bereits 2004 sammelte Micaela Erfahrungen als Modell und wurde sogar zur Miss Ostdeutschland gekürt © dapd
Marlene Tackenberg, besser bekannt als Jazzy, Ex-Sängerin der Mädchenbad Tic Tac Toe (l) und Ex-Topmodel-Kandidatin Micaela Schäfer © dpa
"Jazzy" stürmte mit der Girlband Tic Tac Toe in den 90er Jahren die Charts. © dapd
Mit Hits wie "Ich find dich scheiße" und "Verpiss dich" verkauften die Mädels über 2,4 Millionen Platten. © dapd
2005 wollten es Tic Tac Toe nochmal wissen - aber ein Comebackversuch scheiterte. © dapd
Der ehemalige Fussball-Profi Ailton © dapd
Auch der Kult-Kicker ist mit von der Partie im australischen Dscungel © dpa
Schauspieler Rocco Stark („Feuchte Frösche“, „Hand aufs Herz“) © dpa
Ob sein Glücksbringer ihm zum Sieg verhilft? © dapd
Sänger Martin Kesici © dapd
Der Sänger gewann 2003 die Castingshow "Star Search" und stürmte mit seinem Hit "Angel of Berlin" die Charts. © 
Sänger Daniel Lopes packt noch ein paar Kleidungsstücke ins Gepäck © dpa
TV-Moderatorin Ramona Leiß (r) und ihr Sohn Sascha Leiß (l) © dpa
Bekannt wurde Ramona Leiß durch die "Knoff-hoff-Show" im ZDF. Ihre Karriere startete die Moderatorin beim Bayerischen Rundfunk. © dapd
In den 80er und 90er Jahren moderierte Leiß den ZDF-"Fernsehgarten". © dpa
2010 wurde "Kim Gloss" alias Kim Debkowski Vierte bei "Deutschland sucht den Superstar" © dpa
Angeblich steht die 19-Jährige jeden Morgen zwei Stunden im Bad und schminkt sich. Im Dschungel könnte dies allerdings zum Problem werden. © dapd
Magier Vincent Raven, Sieger der Castingshow "The Next Uri Geller" © dpa
Zusammen mit seinen drei Kolkraben Corax, Asrael und Odin tritt der gebürtige Österreicher regelmäßig auf. © dapd
1986 war sie der größte Kinderstar Deutschlands: Als "Momo" verzauberte Radost Bokel die Zuschauer. Mit großen braunen Kulleraugen und einer Wuschelmähne war sie die perfekte Besetzung für die Hauptrolle in Michael Endes Film. © dapd

Torschützenkönig, deutscher Meister, Pokalsieger - jahrelang hat Ailton Goncalves da Silva die Fußballnation verzückt und Titel gewonnen, danach aber, mit noch größerem Erfolg, sich selbst zur Witzfigur gemacht. Nun erfolgt der (vorläufige) Höhepunkt im australischen Dschungel. „Es geht mir um Spaß. Das wird ein Riesen-Gaudi!“, sagte der Brasilianer im Berliner Kurier. Wirklich Spaß haben werden aber nur die Zuschauer.

Die RTL-Show versteht es wie kaum eine andere, mit den sogenannten Dschungelprüfungen die Kandidaten der Lächerlichkeit preiszugeben: Känguru-Hoden essen oder in Maden baden - all das kommt auch auf Ailton zu.

Auf einen, der mal der König von Bremen war. 2004 gewann der „Kugelblitz“ in der Hansestadt beide nationalen Titel, wurde als erster ausländischer Spieler zu „Deutschlands Fußballer des Jahres“ gewählt. Aus einer überragenden Werder-Mannschaft ragte Ailton mit 28 Toren in der Liga und sechs im Pokal noch heraus.

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Dschungel-Kandidatin Schäfer: Spritzen gegen Schwitzen

Camp: 150.000  Euro für Nielsen

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wechselte Ailton für eine Saison zum Ligakonkurrenten Schalke 04, es folgte noch ein kurzes Intermezzo beim Hamburger SV. Spätestens danach begann der sportliche Niedergang, auch wenn er, wie beim Zweitligisten MSV Duisburg, bei jeder seiner folgenden Stationen als große Neuverpflichtung gefeiert wurde. Danach holte er sich noch Stempel aus Serbien, Schweiz und China für seinen Reisepass ab - viel mehr blieb von diesen Aufenthalten nicht haften.

Zuletzt kehrte der inzwischen als „enfant terrible“ bekannte Stürmer nach Deutschland zurück und kickte für den FC Oberneuland ein paar Mal in der Regionalliga. Aber auch da hielt es ihn nicht lange: 2011 flüchtete er auf die heimische Ranch nach Brasilien.

Eigentlich passt da Australien und das RTL-Niveau in die Lebensplanung des Weltenbummlers, die wohl für immer Fragen aufwerfen wird. Die nach dem „Warum“ lässt sich mehr oder weniger offensichtlich mit der Gage für das Abenteuer beantworten. Wie die Bild am Sonntag herausfand, soll Ailton, dessen Lebenstil sein fürstliches Fußballersalär über die Jahre wohl aufgefressen hat, 55. 000 Euro bekommen und damit hinter dem gealterten Hollywood-Sternchen Brigitte Nielson (150.000) und Fernsehmoderatorin Ramona Leiß (60.000) einer der Topverdiener sein.

Dabei ist der einstige Publikumsliebling nicht der einzige ehemalige Sportstar, der die zweifelhafte Ehre des von den Zuschauern gewählten Dschungelkönigs anstrebt. Der frühere Leichtathlet Carlo Thränhardt (2006), die Ex-Fußball-Nationalspieler Jimmy Hartwig und Eike Immel (2007 und 2008), Norbert Schramm (2009/Eiskunstlauf) und Thomas Rupprath versuchten sich bereits down under. Schwimm-Weltmeister Rupprath wurde im vergangenen Winter sogar Dritter. Mehr aber auch nicht.

Dass neben der „Aufwandsentschädigung“ ein größerer Nutzen für die Teilnehmer aus der Dschungelqual herausgesprungen sei, kann keiner behaupten. Im öffentlichen Ansehen schlug der Versuch, zurück ins Rampenlicht zu kommen, eher ins Gegenteil um. Für den mit Titeln verwöhnten Ailton sind „nur“ 50.000 Euro eigentlich zu wenig - zumal die Konkurrenz mit B-Promis wie Micaela Schäfer, Jazzy oder Vincent Raven absolut nicht bundesligareif ist.

sid

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