Film- und Fernsehmacher wollen alte Serienklassiker zurückholen

Von „Akte X“ bis „MacGyver“: Comeback für Kultserien

David Duchovny und Gillian Anderson öffnen als FBI-Agenten Mulder und Scully wieder die X-Akten.

Je größer und vielfältiger die Fernsehlandschaft, desto mehr wächst die Nostalgie der Fans und Filmemacher. Das zeigt vor allem der Trend, alte Erfolge wieder neu zu beleben.

Bei den „Gilmore Girls“ hat gerade wieder der Dreh begonnen, „MacGyver“ wird zurückgeholt und „Akte X“ ist zurück – am Montag schalteten 3,13 Millionen Zuschauer (Marktanteil 9,1 Prozent) ein. Fans können sich auch auf die Rückkehr dieser Serien freuen: „Prison Break“, „Full House“, „Xena“, „Eine schrecklich nette Familie“, „Twin Peaks“ und „Heroes“.

Warum werden alte Serien wieder neu aufgelegt? 

Richard Dean Andersen (links) bleibt unvergessen als MacGyver.

„Es ist häufig die Idee des alten Heimatsenders, eines anderen oder auch eines Streamingdienstes“, erklärt der Wittener Filmwissenschaftler und Autor Christian Lukas, der sich seit Jahren mit dem Phänomen beschäftigt. Häufig werden die Stoffe mit den Originalmachern oder den Originaldarstellern fortgesetzt. Die Sender wollen am Erfolg von damals anknüpfen und einstige Fans wieder abholen. Und sie beim Schauen in die Vergangenheit zurückversetzen. Bestes Beispiel: „Star Wars“. Die neueste Episode konnte neue Fans abholen, während die alten in ihren Kinosesseln saßen und sich an den ersten Film mit Han Solo, Wookiee und Prinzessin Leia erinnerten.

Wie reagieren die Fans auf die Rückkehr? 

Sie sind vor allem neugierig auf das Wiedersehen. Laut Lukas ist das beste Beispiel eines Serien-Comebacks „Doctor Who“. Die Science-Fiction-Serie lief vor mehr als 50 Jahren das erste Mal, mittlerweile ist sie in ihrer 35. Staffel angekommen – 26 Staffeln zwischen 1963 und 1989, 2005 legte sie die BBC neu auf. Neue Effekte und neue Schauspieler machten die Serie sehenswert, außerdem konnten nach und nach viele alte Ideen neu eingeflochten werden.

Finden die wiederbelebten Serien neue Fans?

Nur gute Autoren könnten das schaffen, so Lukas. Eine alte Geschichte muss auf eine frische Art erzählt werden, um so einem jüngeren Publikum zu gefallen.

Kann ein Remake auch scheitern? 

Lauren Graham (links) und Alexis Bledel kehren als „Gilmore Girls“ (unten rechts) zurück.

Auf jeden Fall. Das beste Beispiel ist der Versuch von Joe Carnahan, die 80er-Kultserie „Das A-Team“ im Jahr 2010 auf die Leinwand zu holen. „Die gesellschaftlichen Bezüge sind wichtig und müssen vom Publikum nachvollziehbar sein“, sagt Lukas. Das konnte der Film vom A-Team nicht: Die Vietnam-Rebellen aus der trostlosen Reagan-Ära funktionierten in der Gegenwart nach einigen Irakkriegen nicht mehr. So wurde aus dem Remake ein stark kritisiertes, anspruchsloses Testosteron-Kino. Die Geschichte muss aktuell gemacht werden.

Welche Rolle spielt Netflix bei der Wiederbelebung?

Eine wichtige. Das Streamingportal hat schon häufiger Serien eine zweite Chance gegeben. Netflix produziert jetzt die jeweils vier 90-minütigen Wiedersehen mit den „Gilmore Girls“. Gleiches gilt für das Spin-off zu „Full House“ nämlich „Fuller House“, das am 26. Februar in Amerika Premiere feiert. Dort geht es um die nächste Generation der Tanners: Die Witwe D. J. Tanner-Fuller (Candace Cameron-Bure) wird bei der Erziehung ihrer Söhne von ihrer jüngeren Schwester Stephanie (Jodie Sweetin) und ihrer besten Freundin Kimmy Gibbler (Andrea Barber) unterstützt. Der gleiche Plot wie in den 80-ern, nur umgedreht.

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