Zwölf Jahre bekleidete er den Posten

BR trauert um einen „Visionär“: In München geborener Intendant gestorben

Der langjährige BR-Intendant Albert Scharf ist gestorben. (Archivfoto)
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Der langjährige BR-Intendant Albert Scharf ist gestorben. (Archivfoto)

Wie der Bayerische Rundfunk mitteilte, ist der langjährige Intendant Albert Scharf gestorben. Er arbeitete insgesamt 36 Jahre für den BR.

München - Der Bayerische Rundfunk (BR) trauert um seinen ehemaligen Intendanten Albert Scharf. Der 86-Jährige sei am vergangenen Wochenende gestorben. Das teilte der BR am Dienstag in München mit.

BR in Trauer: Ehemaliger Intendant Albert Scharf gestorben

36 Jahre lang arbeitete Scharf, der in München geboren wurde, für den Bayerischen Rundfunk. Von März 1990 an war Scharf über einen Zeitraum von zwölf Jahren Intendant des öffentlich-rechtlichen Senders.

In seine Zeit als ARD-Vorsitzender Mitte der 1990er Jahre fiel eine scharfe politische Auseinandersetzung um das Gemeinschaftsprogramm Erstes Deutsches Fernsehen. Der öffentlich-rechtliche Senderverbund musste sich gegen Vorstöße besonders des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) wehren. Des Weiteren fielen in seine Amtszeit unter anderem der Start des Nachrichtensenders B5 aktuell (heute BR24) sowie des Bildungskanals BR-alpha (heute ARD-alpha). Auch wagte der BR damals die ersten Schritte in die digitale Welt mit BR-Online (heute br.de).

BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth bezeichnete ihn als „Visionär“. „Er hat in seiner Zeit als Intendant Weitsicht und Mut bewiesen und führte den Bayerischen Rundfunk auf einen neuen Weg“, so zitiert der BR Wildermuth in der Mitteilung.

Albert Scharf gestorben: Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen

Von seiner Karriere in Bayern abgesehen, habe Scharf auch eine nationale und internationale Laufbahn gehabt, schrieb der BR in seiner Mitteilung weiter. So leitete er als erster Deutscher von 1983 an 18 Jahre als Präsident die Europäische Rundfunkunion EBU und sicherte Übertragungsrechte für sportliche Großereignisse wie Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele. Als „Sportrechintendant“ kümmerte er sich um die Verhandlungen für nationale Übertragungsrechte.

Von 1996 bis 2003 war Albert Scharf Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film. Scharf erhielt für seine Leistungen etliche Auszeichnungen. So beispielsweise 1978 den Bayerischen Verdienstorden, 1999 die Carl-Orff-Medaille der Bayerischen Musikschulen oder 2005 den Preis der Bayerischen Volksstiftung für Verdienste um das bayerische Kulturgut und die Landespflege.

Auch um einen Star der „Spider Murphy Gang“ war die Trauer groß. Ein Gründungsmitglied der Band ist gestorben. (mbr/dpa)

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