Berührendes Portrait

„Alice und das Meer“: Allein unter Männern

München - „Alice und das Meer“ ist das berührende Porträt einer Frau auf der Suche nach sich selbst.

Alice im Meer, nackt. Die Anfangsszene dieses berührenden Porträts einer Frau auf der Suche nach sich selbst, zeigt zweierlei. Die nackte Haut deutet Verletzlichkeit an, gleichzeitig aber wird klar: Diese Frau hat keine Angst. Sie wagt sich allein unter Männern auf das Frachtschiff „Fidelio“. Alice ist Ingenieurin und muss sich an Bord behaupten. Was Männer-Domäne war, hat heute nichts mehr von der Seefahrerromantik vergangener Zeiten. Doch das Sehnsuchtsvolle, das dem Leben auf See immer noch anhängt, schwingt in Lucie Borleteaus Film stets mit.

Es ist vor allem die Sehnsucht nach daheim, aber zugleich das Wissen, welche Probleme dort warten – mit der Folge, zu Hause zurück aufs Schiff zu wollen. Auch Alice (Ariane Labed) ist hin- und hergetrieben, wie es die Wellen im Sturm sind: An Land wartet ihr Freund, doch sie beginnt eine Affäre an Bord. Von außen betrachtet wirkt das wie ein Zeichen ihrer (sexuellen) Selbstbestimmung. Tatsächlich ist es eine Unsicherheit, mit der sie alles aufs Spiel setzt. Labed spielt diese äußerlich dominante, innerlich so verletzliche Alice bezaubernd. Und wenn sie am Ende zu ihrem Freund sagt „Typen gibt es überall, du bist mein Heimathafen“, möchte man ihr das glauben. Man ahnt aber: Lange wird sie auch dort nicht ankern können. 

kjk

„Alice und das Meer“

mit Ariane Labed Regie: Lucie Borleteau Laufzeit: 97 Minuten

Sehenswert

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