Auch ARD kann nicht mithalten

Wie das ZDF den Privatsendern in Sachen Comedy etwas vormacht

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Moderiert eine der erfolgreichsten Satire-Sendungen: Oliver Welke ist seit 2009 Kopf der „heute-show“ im ZDF.

Eine Zeit lang wurde das deutsche Fernsehen von Stand-up-Comedy und Sketch-Sendungen überschwemmt. Viel ist davon nicht mehr übrig geblieben. 

Regelmäßig in der ARD zu sehen: Kabarettist Dieter Nuhr.

Im Moment dominieren eher die Satireshows. Wir haben uns genauer angeschaut, wie viel Humor die großen Sender im Programm unterbringen und was davon auch wirklich sehenswert ist.

ARD

Seit etwas mehr als einem Jahr räumt die ARD Satire und Comedy am späten Donnerstagabend einen festen Platz ein. Verschiedene Formate wechseln sich hier ab. Auch die NDR-Satire „extra3“ findet einmal im Monat den Weg in die ARD. Das ist eigentlich noch zu wenig, denn das schon seit 1976 existierende Magazin hätte durchaus mehr Beachtung verdient, als es sie beim Regionalsender bekommt.

Steht für frechen Humor im WDR: Carolin Kebekus.

Dafür könnte die ARD ruhig großzügig ausmisten. Die meisten anderen Donnerstagabend-Sendungen von Dieter Nuhr und seinen Kabarett-Kollegen kommen recht ideenlos daher. Interessanter sind da Formate des WDR wie „PussyTerror TV“ mit Carolin Kebekus und die von einer Handpuppe moderierte „Wiwaldi Show“. Die ARD darf sich gern häufiger so kreativ zeigen.

ZDF

Deutlich mehr etablierte Comedy-Formate als die ARD hat das ZDF im Programm. Das Satiremagazin „heute-show“ ist mittlerweile ein Garant für gute Quoten. Auch „Die Anstalt“ hat seit Jahren eine wachsende Anhängerschaft. Seit dem Wirbel um das Schmähgedicht dürfte zudem Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ endgültig eine feste Instanz im ZDF-Programm geworden sein.

Von anfänglichen Schwierigkeiten der Formate hat sich der Mainzer Sender nicht verunsichern lassen und tut das auch heute nicht. So schaffen es immer wieder neue Ideen ins Programm, wie aktuell „Sketch History“, wo ein großartiges Schauspiel-Ensemble Ereignisse aus der Geschichte clever parodiert. Solche Experimentierfreude sollten mehr Sender haben.

RTL

Seit Jahren bei RTL: Comedian Mario Barth.

Die Zeiten von legendären Comedy-Formaten wie „RTL Samstag Nacht“ oder „Sieben Tage, sieben Köpfe“ sind längst vorbei. Heute finden sich kaum noch wirkliche Comedy- oder Satire-Sendungen im Programm. Wenn, dann konzentriert sich RTL auf Gesichter wie Mario Barth, Bülent Ceylan und Paul Panzer, an denen sich die Zuschauer schon lange sattgesehen haben. Ihre Formate kommen wenig überraschend daher und wirken ideenlos. Wo sind die schrillen Formate hin, für die RTL in seiner Anfangszeit einmal stand?

SAT.1 und Pro 7

Ähnlich ernüchternd fällt die Bilanz aus, wenn man nach Comedy im Programm von Sat.1 und Pro 7 sucht. Sat.1 sendet vor allem Wiederholungen von Formaten, die nicht mehr produziert werden. Freitags läuft seit einiger Zeit immerhin „Die Woche und ich“ mit Luke Mockridge und findet zunehmend Zuschauer.

Für Pro 7 im Einsatz: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. 

Eine Chance vertan hat Pro 7. Die Lücken, in denen einst „TV Total“ lief, wurden mit Wiederholungen von US-Sitcoms gefüllt. Nur Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf bringen etwas Humor in das Programm. Schade, dass es bei der Sendergruppe selten Neues zu sehen gibt.

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