Film über Hitler-Attentäter

Bayerischer Filmpreis für "Elser"-Produzenten

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Die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer erhalten den Produzentenpreis für ihren Film "Elser - Er hätte die Welt verändert".

München - Beim Bayerischen Filmpreis haben sich in diesem Jahr gleich zwei preisgekrönte Filme um das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte gedreht.

Der Film „Elser - Er hätte die Welt verändert“ über den Hitler-Attentäter Georg Elser ist am Freitagabend im Münchner Prinzregententheater mit dem Hauptpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet worden. Die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer erhielten die mit 200.000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung des Abends. Sie wurde von Elsers Neffen Franz Hirth überreicht, der von seinen Erinnerungen an die Zeit berichtete, als sein Onkel versuchte, Hitler zu töten.

„Ein sorgfältig recherchiertes und brillant geschriebenes Drehbuch von Fred und Léonie-Claire Breinersdorfer, ein in jeder Nuance überzeugender Hauptdarsteller Christian Friedel und eine meisterhafte Regie von Oliver Hirschbiegel machen „Elser“ zu einem herausragenden Kinoereignis“, hieß es in der Begründung der Jury.

Bayerischer Filmpreis: Gewinner und Garderoben

Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Der Schauspieler Alexander Fehling erhielt den Preis als bester Darsteller für seine Rolle in ""Im Labyrinth des Schweigens"". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Der Regisseur Baran bo Odar (von links nach rechts) erhält von den Schauspielern Elyas M'Barek und Tom Schilling seine Auszeichnung. Er erhält den Regiepreis für seinen Film "Who Am I -Kein System ist sicher". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer erhielten den Produzentenpreis für ihren Film "Elser - Er hätte die Welt verändert". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Der Schauspieler Louis Hofmann erhält von Rosalie Thomass seine Auszeichnung. Er erhält den Preis für den besten Nachwuchsdarsteller für seine Rolle in dem Film "Freistatt". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer erhält den Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Rolle in dem Film "About a Girl". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Der Regisseur Nadav Schirman erhält den Dokumentarfilmpreis für seinen Film "The Green Prince". © dpa
Verleihung des Bayerischen Filmpreises.
Der Schauspieler Miroslav Nemec und seine Frau Katrin kommen zur Verleihung des Bayerischen Filmpreises ins Prinzregententheater. © dpa

Mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte befasst sich auch der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Alexander Fehling bekam den Preis als bester Darsteller für seine Rolle als Ankläger. Die Auszeichnung überreichte ihm ein Mann, der damals tatsächlich Ankläger war und eine zentrale Figur in der Aufklärung über das Grauen von Auschwitz einnahm: Der ehemalige Staatsanwalt Gerhard Wiese lobte nicht nur seine schauspielerische Arbeit: „Als Mensch super-sympathisch, charismatisch“, sagte Wiese zu einem sichtlich gerührten Fehling.

Regiepreis ging an Film mit Elyas M'Barek

Der Regiepreis ging an Baran bo Odar für seinen Hacker-Film „Who Am I - Kein System ist sicher“ mit Tom Schilling und Elyas M'Barek. Als beste Darstellerin wurde Katharina Marie Schubert für ihre Rolle als arbeitslose Schauspielerin in „Ein Geschenk der Götter“ ausgezeichnet. „Ich danke dem Ministerpräsidenten - der nicht da ist“, sagte sie, während sie gebückt vor dem Mikrofon stand. Sie sei von den Veranstaltern nach ihrer Größe gefragt worden, damit die Höhe des Mikros eingestellt werden kann. „Aber ich habe vergessen, meine Schuhe einzurechnen.“ Statt Seehofer war seine Stellvertreterin Ilse Aigner Gastgeberin des Abends.

Als beste Nachwuchsdarsteller wurden Jasna Fritzi Bauer für ihre Rolle in dem Film „About a Girl“ und Louis Hofmann für „Freistatt“ geehrt. Der Nachwuchsregiepreis ging an Tomasz Emil Rudzik für seinen Film „Agnieszka“, der Drehbuchpreis an Sarah Nemitz, Lutz Hübner und Oliver Ziegenbalg für den Schul-Film „Frau Müller muss weg“. Bester Kinderfilm wurde „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Regisseurin Neele Leana Vollmar. All diese Auszeichnungen sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

Zwei Auszeichnungen standen schon vorher fest

Der undotierte Ehrenpreis war schon vorher bekannt gegeben worden: Der Kameramann Gernot Roll (75/„Nirgendwo in Afrika) bekam ihn. Der Publikumspreis ging an die Büro-Satire „Stromberg - Der Film“ mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle.

Der undotierte Publikumspreis war schon vorher bekanntgegeben worden: Er ging an die Büro-Satire „Stromberg - Der Film“ mit Christoph Maria Herbst in der Hauptrolle. Den ebenfalls undotierten und schon vorher bekannt gegebenen Ehrenpreis bekam der Kameramann Gernot Roll (75/„Nirgendwo in Afrika), der das „ungewöhnliche Schlusswort“ lieferte, wie Moderator Christoph Süß sagte: „Ich danke meinen beiden Ex-Frauen“, endete Roll seine Dankesrede - für seine beiden wunderbaren Töchter.

dpa

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