Am Bedürfnis der Zuschauer vorbeigesendet

Olympia findet vor allem nachts statt - die TV-Sender verzichten aber auf ausführliche Zusammenfassungen am Morgen. Kulturredakteur Mark-Christian von Busse bedauert das.

Heute Morgen, gespannt auf die Ergebnisse der Olympia-Nacht, schalte ich das „Morgenmagazin“ ein. Das Aktuellste aus Rio? Nein, live wird zu einem Baggersee bei Leipzig geschaltet, wo vier Camper, darunter zwei Lehrer, die auf den Spuren Nietzsches reisen, über die Weltlage philosophieren. Der Erkenntniswert: gering. Danach der Sportüberblick, ausführlich zwar, Biedermanns Enttäuschung, Bolls Niederlage, aber auch mit länglichem Geplauder über Warteschlangen und Schlangenbisse. Die kompakten Infos der Nacht? Da geht man besser ins Netz.

Ich verstehe das nicht. Da schicken ARD und ZDF einen riesigen JournalistenTross nach Brasilien, die Sender übertragen ganze Tage nichts anderes als Olympia, so umfassend, dass man, sofern man nicht gerade Sommerferien genießt, Urlaub hat oder Rentner ist, nur ausschnittweise und eher zufällig folgen kann - aber einen informativen, ausführlichen Überblick über die Ereignisse der Olympia-Nacht kriegen die Sender nicht zustande. Erst ab 9 Uhr werden noch einmal die Höhepunkte des Vortags an der Copacabana gezeigt. Dann also, wenn unzählige Sportfans längst wieder ihrer Arbeit nachgehen. Es ist eine Berichterstattung, die am Bedürfnis vieler Zuschauer, die sich für Olympia begeistern, haarscharf vorbeizielt.

Rubriklistenbild: © dpa

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