Sat.1 erntet Shitstorm

Heftige Vorwürfe gegen neue „Big Brother“-Kampagne: „Fehlen nur noch braune Uniformen“

Sat.1 schlägt mit seiner neuen „Big Brother“-Kampagne viele vor den Kopf und hat eine Welle der Empörung losgetreten. Der Zeitpunkt zu dem die Kampagne startet, ist mehr als fragwürdig.

  • Sat.1 hat eine neue Werbe-Kampagne für „Big Brother“ gestartet.
  • Im Netz erntet der Sender dafür nun einen kräftigen Shitstorm.
  • Viele halten die Kampagne für pietätlos.

München - Am Montag, 27. Januar, ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Es ist ein Tag, an dem wir uns Geschichte vergegenwärtigen, ein Tag, an dem wir der Opfer gedenken und an dem es heißt: „Nie wieder!“ Keinesfalls sollte dieser Tag missbraucht werden. Nun gerät aber Sat.1 zumindest in den Verdacht, genau das zu tun. Die Reaktionen auf die Werbekampagne zur neuen Staffel von „Big Brother“ fallen jedenfalls sehr kritisch aus. 

Vielen Kommentatoren sind die Parallelen zu groß, um an einen Zufall zu glauben. Aufschrei und Shitstorm könnten Teil des Kalküls sein. Wer am Tag des Gedenkens an Millionen von Holocaust-Opfern fragt: „Was ist ein Mensch wert?“, und die Zuschauer dazu aufruft, die „Big-Brother“-Teilnehmer in der nächsten Staffel mit gelben Sternen zu bewerten, der läuft Gefahr zumindest zu provozieren. 

„Big Brother“-Kampagne: Menschen bewerten und gelbe Sterne für die Kandidaten

Aufmerksamkeit generiert Sat.1 mit der Werbekampagne zu „Big Brother“ in jedem Fall. Die Reaktionen auf Kampagnen-Sätze, wie: „Wie viel ein Mensch wert ist, bestimmst du“, fällt hart aus. Auf Twitter kommt die Kampagne nicht gut an.

Ein User ist sogar der Meinung, es fehlten nur noch die „braunen Uniformen“:

Ob die Verantwortlichen der Kampagne vernebelnden Substanzen ausgesetzt waren, fragt dieser User:

„Big Brother“: Titelsong namens „Follow the leader“

Ob Sat.1 nach dem bekannten Prinzip „Es gibt keine schlechte Publicity“ verfährt, bleibt fraglich. Der vermeintliche Bezug zum Holocaust stößt vielen Kommentatoren auf Twitter und in anderen sozialen Medien bitter auf. Gewollt oder nicht gewollt, der Titelsong namens „Follow the leader“ tut zum Eklat sein Übriges. Und so fallen einige Reaktionen scharf aus: „Mit gelbem Stern entscheiden, ‚was ein Mensch wert ist‘ & ‚Follow the Leader‘ als Titelsong - die Provokation ist so obvious, dass ich nicht an eine Panne glauben kann. Bei der Geschmacklosigkeit dürfte der Social-Media-Aufschrei Teil des Plans gewesen sein. Eklig ist das“, kommentiert Reiner Leurs von RPOnline auf Twitter.

Ein anderer Twitter-User regt sich über das Medienmagazins DWDL auf, die das Sat.1-Video ohne jedweden Kontext reposteten: „Wie unbedarft muss man eigentlich sein, um so einen geschichtsvergessenen, faschistoiden Schund unkommentiert zu vermelden?“

Rubriklistenbild: © pa/obs SAT.1 / SAT.1

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