1000. Folge

Bremer „Tatort“ als temporeicher Politthriller

Müssen einen Terroranschlag vereiteln: Die Kommissare Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) und Inga Lürsen (Sabine Postel). Fotos: rb

Eine Terrordrohung, ein Jubiläum und eine neue Ermittlerin mit Sex-Appeal: Der Bremen-"Tatort" bietet am Pfingstmontag gewohnt hohe Qualität.

Pfingstmontag hat der „Tatort“ ein großes Jubiläum, gefeiert wird aber erst später. Der Bremer Fall „Der hundertste Affe“ (Montag, 20.15 Uhr, ARD) ist die 1000. Folge - aber nur wenn man 13 Krimis mitrechnet, die in den 80ern lediglich in Österreich zu sehen waren. Für die ARD-Verantwortlichen wird die „echte 1000. Folge“ erst im Oktober gesendet. Ungewöhnlich ist der Politthriller aus der Hansestadt trotzdem.

Um was geht es in „Der hundertste Affe“?

Um Umweltterroristen, die drohen, im Bremer Hochsommer das Trinkwasser zu vergiften, wenn nicht innerhalb von 13 Stunden der Wissenschaftler Dr. Urs Render (Manfred Zapatka) über seine Forschungen für eine Biotechnikfirma auspackt. Pestizide und Gentechnik des Konzerns sollen für den Tod von mindestens 57 Afrikanern verantwortlich sein. „Keinen interessiert es, wenn in der Welt Menschen sterben. Man muss den Tod hierherbringen“, sagt die Terroristin. Für die Kommissare Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) und Inga Lürsen (Sabine Postel) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wie ist der Thriller gemacht?

Ein bisschen wie die US-Serie „24“, in der Kiefer Sutherland in Echtzeit die Welt rettet. In seinem elften Bremer „Tatort“ setzt Regisseur Florian Baxmeyer auf schnelle Schnitte und viel Tempo. Regelmäßig wird die Uhrzeit eingeblendet. Das liegt im Trend. In Dortmund spielt ein „Tatort“ demnächst in Echtzeit.

Die Gentechnik-Geschichte klingt nach Verschwörungstheorie. Ist sie denn wahr?

Das sagt zumindest Autor Christian Jeltsch. Ausgangspunkt für sein Drehbuch war „die Information, dass Forscher eines Pharma- und Chemiekonzerns in den 80er-Jahren ein Verfahren entwickelt hätten, mit dem das Welthungerproblem gelöst werden könnte und dass diese Lösung aus Profitgründen seitdem totgeschwiegen werde“.

Lohnt sich diesmal das Einschalten?

Ja, in Bremen werden eigentlich immer relevante Geschichten erzählt. Statt um private Wehwehchen geht es immer um das große Ganze. Trotzdem kommt die Liebe diesmal nicht zu kurz. Für ungewohnte Töne in der Hansestadt sorgt Luise Wolfram, die die neue BKA-Ermittlerin Linda Selb spielt und Sex mit Stedefreund haben will, „aber erst wenn alles vorbei ist“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.