Brief an Mario Barth: Maja Yüce zur Kritik an dem Komiker

Mario Barth Foto: dpa

Lieber Mario Barth, lassen Sie es mich mit Ihren Worten sagen: „Kennste kompetente Berichterstattung? Kennste? Kennste?" Offensichtlich nicht.

Seit Tagen ernten Sie viel Spott für Ihr Video vom Trump Tower in New York. Zuletzt wurden Sie von Ihren Kollegen der „heute show“ dafür als Trottel bezeichnet. Eine verdiente, kräftige und wichtige Kollegenschelte.

Anti-Trump-Demos in New York? Sie haben keine gesehen - deshalb gibt es Ihrer Meinung nach auch keine. Klar, dass dahinter ein Medienskandal stecken muss. Und klar, dass Sie jetzt die Wahrheit aufdecken wollen. Dass die Demos abends stattfinden und Sie morgens dort waren, sagen Sie nicht. Statt Demonstranten nur Touristen. Komisch? Nein! Lustig? Auch nicht. Peinlich? Ja, sehr!

Vor allem erinnert all das an Ihre Best-of-besorgte-Bürger-Floskeln vom Sommer. Da sagten Sie, es werde immer schwieriger zu schreiben, was man empfindet, da man entweder als „Hetzer, Angstverbreiter, Nazi, Publizist oder Idiot“ bezeichnet werde.

Immerhin scheint Ihnen der Spaß vergangen zu sein. Ihre Rechtfertigung klingt beleidigt: „Seit 15 Jahren kriege ich auf die Fresse von der Presse“, sagen Sie. Da haben Sie mal was anderes als Mann-Frau-Comedy gemacht und nur die AfD dankt es Ihnen - erneut. Wieder distanzieren Sie sich von rechts.

Herr Barth, Sie haben das billige Fan-Fischen nicht nötig. Ihr Video wurde über 1,3 Millionen Mal gesehen. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, dass auch Comedians Haltung bewahren und besonnen reagieren. Zeigen Sie, dass Sie kein Trottel sind, wünscht sich Ihre Maja Yüce.

Die "heute show" zu Mario Barth

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