Zwischen „magisch“ und „langatmig“

"Der Hobbit" spaltet die Kritiker

+
"Hobbit"-Regisseur Sir Peter Jackson (links) und seine Hauptdarsteller-Riege

Wellington - Nach der Weltpremiere des mit Spannung erwarteten Hobbit-Films überschlagen sich die neuseeländischen Kritiker vor Begeisterung. In den USA fällt das Urteil kritischer aus.

„Ein erstaunliches und bahnbrechendes Stück Filmgeschichte“, schrieb Darren Bevan, der Filmkritiker des neuseeländischen Fernsehens. „Eine packende, fesselnde, nicht zu verpassende Rückkehr zur Mittelerde.“ So heißt die Fantasiewelt des Autors J.R.R. Tolkien, die Jackson schon in der höchst erfolgreichen Film-Trilogie „Herr der Ringe“ zum Leben erweckt hat. Der Hobbit ist die Vorgeschichte. Tolkien hatte das Buch 1937, fast 20 Jahre vor „Herr der Ringe“, geschrieben.

Russell Baillie vom „New Zealand Herald“ beschrieb den Film als Mittelerde-Achterbahn - spannend und knackig. Er fand nur die Filmmusik eintönig.

Jule Scherer von der Webseite stuff.co.nz war vor allem von den Spezialeffekten begeistert, auch im Vergleich zu „Herr der Ringe“: „Was für einen Unterschied zehn Jahre machen: Die Tiefe und Details im Hobbit haben bislang höchstens Computerspiele auf kleinen Bildschirmen gezeigt.“ Graeme Tucket von der Zeitung „Dominion Post“ sprach von einem „riesigen beeindruckenden Spektakel“. Alle sind sich einig: Martin Freeman als Bilbo Beutlin sei phänomenal.

US-Kritiker mäkeln

Das Studio Warner Brothers hatte besonders auf das Urteil der US-Kritiker Wert gelegt. Es verpasste den Neuseeländern nach der Weltpremiere vergangenen Mittwoch daher einen Maulkorb, bis die US-Kollegen Gelegenheit hatten, „Der Hobbit - eine unerwartete Reise“ anzusehen. So entging den Promotern eine Woche ungetrübter Begeisterung in den Medien. Jetzt werden die unisono ekstatischen Urteile aus Neuseeland ein bisschen von der teils herben Kritik der Amerikaner konterkariert.

„Der Film hat zwar etwas von dem, was "Herr der Ringe" so unwiderstehlich gemacht hat - die bunten Charaktere auf einer epischen Reise in der atemberaubenden neuseeländischen Landschaft“, schrieb Peter deBruge in der Zeitschrift „Variety“. „Aber er hat nicht annähernd genug Neuigkeitswert, um eine Trilogie zu rechtfertigen, zumindest nicht, wenn man nach dem überlangen ersten Teil urteilt.“

Einen langatmigen Beginn bemäkelt auch Todd McCarthy vom „Hollywood Reporter“: „Vieles ist platschfüßig und nervtötend.“ Jordan Hoffmann vom „Screen Crush“ war gar nicht angetan. „Wer einen großartigen Film erwartet, wird natürlich enttäuscht“, schreibt der Kritiker. „Trotz der vielen Mätzchen ist der Film gerade mal okay.“

Zehntausende bei "Hobbit"-Weltpremiere

"Hobbit"-Weltpremiere: Zehntausende Fans und viele Stars

In Deutschland läuft „Der Hobbit - eine unerwartete Reise“ am 13. Dezember an.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.