Deutscher Fernsehpreis

Otti Fischer: "Ich nehme diesen Preis nicht an"

+
„Ich nehme diesen Preis nicht an“ - Mit diesen Worten betrat Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer (59) am Mittwochabend die Bühne bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.

Köln - „Ich nehme diesen Preis nicht an“ - Mit diesen Worten betrat Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer (59) am Mittwochabend die Bühne bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.

Für einen Augenblick herrschte betretene Stille unter den rund 1300 Gästen im Kölner Coloneum, bis Fischer nachschob: „Eine Pointe!“ Vor fünf Jahren hatte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit dieser Bemerkung die Auszeichnung abgelehnt, weil ihm viele TV-Sendungen, die an jenem Abend prämiiert wurden, nicht passten.

Fischer jedoch, der vor fünf Jahren seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht hatte, nahm den Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk natürlich an. Er berichtete, dass er aus der Gegend von Passau stamme. Die Stadt habe mit dem Fernsehen gemeinsam, dass ihr häufiger das Wasser bis zum Hals stehe. Er erzählte noch ein paar Anekdoten aus der Heimat und trug ein Gedicht über Venedig vor. Das Publikum wird Fischer, dessen Freundin Simone Brandlmeier im Publikum saß, künftig missen müssen, zur Zeit dreht er den letzten Film in der Reihe Pfarrer Braun.

Deutscher Fernsehpreis: Die Promis auf dem Roten Teppich

Die Sänger Tim Bendzko (l) und Lena Meyer-Landrut (r) kommen am Dienstag zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in das Coloneum in Köln. Rund 1300 deutsche Schauspieler, Moderatoren, Produzenten und TV-Manager haben sich am Mittwochabend zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2013 in Köln getroffen. © dpa
Lena Meyer-Landrut © dpa
Die Sänger Lena Meyer-Landrut (l) und Tim Bendzko (r) © dpa
Die Moderatoren Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn © dpa
Die Moderatoren Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn © dpa
Die Moderatoren Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn © dpa
Medienstar Verona Pooth - mit einem gefüllten Teller - und ihr Mann Franjo. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer bekomt den Fernsehpreis für sein Lebenswerk. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer bekomt den Fernsehpreis für sein Lebenswerk. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer bekomt den Fernsehpreis für sein Lebenswerk. © dpa
Produzentin Minu Barati-Fischer © dpa
Model Rebecca Mir und der Tänzer Massimo Sinato © dpa
Moderstorin Sylvie van der Vaart © dpa
Moderstorin Sylvie van der Vaart © dpa
Model Lena Gercke © dpa
Model Rebecca Mir und der Tänzer Massimo Sinato © dpa
Produzentin Minu Barati-Fischer © dpa
Schauspieler-Paar Jan Josef Liefers und Anna Loos © dpa
Moderatorin Jenny Elvers-Elbertzhagen (r) und Freund Steffen von der Beeck © dpa
Moderatorin Jenny Elvers-Elbertzhagen (r) und Freund Steffen von der Beeck © dpa
Moderatorin Jenny Elvers-Elbertzhagen (r) und Freund Steffen von der Beeck © dpa
Die Moderstorin Sylvie van der Vaart (r) © dpa
Schauspieler Matthias Brandt © dpa
Moderatorin Jenny Elvers-Elbertzhagen (r) und Freund Steffen von der Beeck © dpa
TV-Star Daniela Katzenberger © dpa
Schauspieler Matthias Brandt (l) und seine Frau Sofia © dpa
Moderatorin Frauke Ludowig und ihr Ehemann Kai Roeffen © dpa
Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes © dpa
Schauspielerin Barbara Wussow © dpa
Schauspieler Thore Schölermann und Jana Julie Kilka © dpa
Moderatorin Mareile Höppner © dpa
Schauspieler Dominic Raacke © dpa
Schauspielerin Sonja Kirchberger © dpa
Schauspielerin Sonja Kirchberger © dpa

Desweiteren: Susanne Wolff ist Deutschlands Beste Schauspielerin, Matthias Brandt Deutschlands Bester Schauspieler. Wolff, Jahrgang 1973, wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis für ihre Leistung im ARD-Drama „Mobbing“ geehrt. Wolff sagte nach der Laudatio von Schauspieler-Kollegen Henning Baum : „Mein Herz rast schon seit 3 Uhr heute. Es waren schöne drei Wochen, seitdem ich von der Nominierung weiß.“ Die gebürtige Bielefelderin siegte gegen die Konkurrentinnen Naja Uhl, Claudia Michelsen, Julia Jäger und Alice Dwyer.

Der 51-jährige Brandt erhielt die Auszeichnung für seine Leistungen in den TV-Filmen „Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen“, „Polizeiruf 110: Fieber“, „Eine mörderische Entscheidung“ und „Verratene Freunde“. Brandt setzte sich gegen die Kollegen Robert Atzorn, Volker Bruch, Tom Schilling, Lars Eidinger und Jan Josel Liefers durch. Brandt sagte, er nehme „einen Preis entgegen, den es eigentlich nicht gibt. In der Reihe dieser Nominierten schon gar nicht.“

Deutscher Fernsehpreis: Bilder der Preisverleihung

Schauspieler Götz George freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Besondere Leistung". © dpa
Schauspieler-Ehefrau Mirja du Mont freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Doku / Dokutainment". © dpa
Schauspieler-Ehefrau Mirja du Mont freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Doku / Dokutainment". © dpa
Schauspieler-Ehefrau Mirja du Mont freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Doku / Dokutainment". © dpa
Schauspieler-Ehefrau Mirja du Mont freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Doku / Dokutainment". © dpa
Moderatorin Palina Rojinski (r) weint und freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Show". Hinter ihr steht Moderatorin Johanna Klum. © dpa
Moderatorin Palina Rojinski (r) weint und freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Unterhaltung Show". Hinter ihr steht Moderatorin Johanna Klum. © dpa
Matthias Brandt freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Schauspieler". © dpa
Matthias Brandt freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Schauspieler". © dpa
Susanne Wolff freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Schauspielerin". © dpa
Susanne Wolff freut sich über die Auszeichnung in der Kategorie "Beste Schauspielerin". © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer freut sich über den Preis für sein Lebenswerk. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer freut sich über den Preis für sein Lebenswerk. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer freut sich über den Preis für sein Lebenswerk. © dpa
Schauspieler Ottfried Fischer freut sich über den Preis für sein Lebenswerk. © dpa

Das ARD-Drama „Operation Zucker“ wurde zum besten Fernsehfilm gekrönt. Die Geschichte um die Zwangsprostitution rumänischer Kinder in Deutschland behauptete sich gegen „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF) und „Der Minister“ (Sat.1). „Ich freue mich, dass es den Mut gibt, solch radikale Filme zu machen“, sagte Produzentin Gabriela Sperl. „Und ich hoffe, dass nach der Wahl die Politiker sich für Kinder und gegen Prostitution einzusetzen.“

Als Bester Mehrteiler gewann die ZDF-Produktion, „Unsere Mütter, unsere Väter“ gegen den ARD-Zweiteiler „Der Turm“, der leer ausging, und das ZDF-Epos „Das Adlon. Eine Familiensaga“. Als Beste Show wurde die ProSiebenSat.1-Reihe „Got to Dance“ gekürt. Dies blieb für den gastgebenden Sender Sat.1, für den das Komikergespann Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher moderierte, auch der einzige Preis am Abend.

Im Duell zweier umstrittener TV-Formate hat sich die ZDFneo-Reihe „Auf der Flucht“ gegen die RTL-II-Dauershow „Berlin -Tag und Nacht“ (BTN) durchgesetzt. Die ZDFneo-Sendung, in der Prominente sich auf die Spur von Flüchtlingen begeben, wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Unterhaltung Doku/Dokutainment ausgezeichnet. Internationale Hilfsorganisationen hatten die Reihe kritisiert. Auch BTN war gerügt worden: „Ein bewusst dilettantisches Schauspiel“, nannte der Medienwissenschaftler Bernd Gäbler, früher Leiter des Grimme-Instituts in Marl, das in einer Berliner WG angesiedelte Format. Es solle die Vermutung mobilisiert werden: „Was so schlecht gespielt ist, kann nur echt sein.“ Das Format sei „aggressive Anti-Kunst“ und lebe nur von einem „Kult des Authentischen“.

Von Carsten Rave

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.