Nach einer enttäuschenden Staffel

„DSDS“: So soll alles besser werden

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Die Jury bleibt: Dieter Bohlen, Nina Eichinger, Volker Neumüller.

München - Die Einschaltquoten waren so hoch wie eh und je. Doch die meisten Zuschauer und Experten waren sich einig: Die vergangene Staffel von "DSDS" war die schlechteste aller Zeiten.

Vor allem fehlte ein charismatischer Kandidat vom Schlage eines Mark Medlock, der 2007 gewonnen hatte. Stattdessen siegte 2009 mit Daniel Schuhmacher ein blasser Bursche, der sich kein halbes Jahr im Showgeschäft halten konnte. Im vergangenen November musste der 21-jährige Schwabe sogar mehrere Konzerte seiner Tournee absagen, weil der Kartenverkauf so schleppend lief.

Casting-Shows: Was wurde aus den Gewinnern?

Mehrzad Marashi gewann die siebte Ausgabe von DSDS, in deren Finale er sich gegen Menowin Fröhlich durchsetzte. Sein eigens für ihn komponierter DSDS-Song "Don't Believe" erreichte zwar Platz eins in den deutschen Charts. Doch danach hielt sich auch sein Erfolg in Grenzen. Eine geplante Tournee im August 2010 musste wegen zu geringer Nachfrage abgesagt werden. Ende 2011 veröffentlichte er digital die Single "Eine Nacht", jedoch erreichte diese keine Chartplatzierung © dpa
Der Gewinner der 6. Staffel von Deutschland sucht den Superstar, Daniel Schumacher, kündigt für das Frühjahr 2012 sein drittes Album an. © dpa
Hätten Sie sie erkannt? Florence Joy ist die „Star Search“ Gewinnerin 2004. Nach einem Plattenvertrag mit Universal Musik machte sie weiter Musik. Daneben trat sie im Fernsehen auf. Seit 2008 ist die junge Sängerin verheiratet. © dpa
Star Search kürte gleich mehrere Gewinner. Maureen Sauter war das beste Model. Gehört hat man von einer großen Laufsteegkarriere nichts. © dpa
Star Search Gewinner 2004. (v. Links) Oliver Beerhenke (Comedian), Maresa (Music Act 10-15), Oliver Tienken (Model), FlorenceJoy Büttner und Moderator Kai Pflaume © dpa
Sie waren die Gewinner der ersten Castingshow im Deutschen Fernsehen. No Angels landeten danach mit „Daylight in your Eyes“ ihren ersten großen Hit. Anfänglich lief Popstars auf RTL2. Die Truppe hat sich inzwischen getrennt, wieder zusammengetan - ein Ende ist nicht in Sicht. © dpa
Jessica Wahls ist inzwischen Mutter, wurde für den Playboy abgelichtet und hat für Neckermann ihre eigene Modelinie „Mäuselinchen“ entworfen. © dpa
Lucy Diakowska outete sich als „Lesbe“. Sie verfolgt erfolgreich ihre Solokarriere. Neben Musicalauftritten singt sie für Disney. © dpa
Mit den No Angels hat sie ein neues Album herausgebracht: Nadja Benaissa. © dpa
Sandy Mölling ist alleinerziehende Mutter und arbeitet als Moderatorin. Zuletzt war sie auf SAT1 zu sehen. © dpa
Alexander Klaws ist der erste DSDS - Gewinner. 2004 setzte er sich gegen die Konkurrenten durch. So richtig wollte es mit der Musikkarriere nicht klappen. Heute singt er in Musicals. © dpa
Thomas Godoj gewann 2008 bei DSDS. Er arbeitet als Sänger und geht demnächst auf Tour. © dpa
Tobias Regner - nach seinem Sieg 2006 ist er immer noch im Musikgeschäft. Zuletzt spielte er auf einem Konzert gegen Kinderarmut. © dpa
Auch für die Gewinnerin von 2004 blieb die ganz große Karriere ein Traum. Elli Erl spielt heute in Clubs und Cafés. © dpa
Vincent Raven wollte der neue Uri Geller werden. 2008 gewann er die gleichnamige Show. Er tritt gemeinsam mit seinem Raben Corax als Magier auf. Auf seiner Homepage findet man alles rund um die Magie. © dpa
Er gewann beim Star Search 2003 einen Plattenvertrag. Sein Lied “Angel of Berlin“ landete auf Platz 1 der Charts. Danach wurde es ruhig um ihn. Jetzt rechnete er mit dem Castingwahn ab. “Sex, Drugs & Castingshows“ erschien im September 2009 als Buch. Im Januar 2012 zog Kesici in den RTL-Dschungel - und zog nach wenigen Tagen freiwillig wieder aus. © dpa
2002 hieß der Gewinner bei den Popstars Bro`sis. Nach der Trennung 2006 und dem gescheiterten Comback 2008 hat man von der Gruppe nicht mehr viel gehört. © dpa
Giovanni Zarella blieb zumindest im Gespräch. Die Schwangerschaft seiner Frau, Jana Ina, wurde als Doku-Soap auf Pro7 gezeigt. © dpa
Monrose gewannen 2006 bei den Popstars. Inzwischen hat sich die Girlie-Band getrennt. Ihre CD “Walking away“ erschien erst gar nicht auf dem Markt. Trotzdem erhielten sie den “Comet2009“ als „Beste Band“ © dpa
Sie gewannen 2004 bei Popstars und trennten sich 2005 und versuchen sich, erfolglos, als Solokünstler. Markus Grimm schrieb gemeinsam mit Martin Kesici, „Sex, drugs & Castingshows“. © dpa
Overground waren 2003 die Gewinner bei Popstars. Die Gruppe gibt es heute noch. Seit der Sänger, Fabrizio Levita, die Band verließ, hört man kaum noch etwas von ihnen. © dpa
Gleichzeitig mit Overground wurde bei Popstars 2003 die sexy Girlband Preluders gefunden - sie verdrehten bis 2006 den Jungs die Köpfe. Wegen mangelnden Erfolgs lösten sie sich auf. © dpa
Vor einem Jahr gewannen „Queensberry“ bei den Popstars. 2009 wurden sie mit einem „Comet“ ausgezeichnet. © dpa
2007 hießen die Gewinner Room2012. Ihr letztes Album erschien 2008. Nebenbei nahmen sie bei Castingshows wie Stefan Raabs „SSDSSSWEMUGABRTLAD“ teil. © dpa
Was Stephan Raab anfasst hat Erfolg. 2004 gewann Max Mutzke bei „SSDSGPS“. Auch heute feiert er noch mäßigen Erfolg. © dpa
Bei „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ gewann Stephanie Heinzmann. In diesem Jahr wurde sie mit dem „Comet“ ausgezeichnet. Als beste Sängerin. © dpa
Barbara Meier wurde 2007 „Germany´s Next Top Model“. Sie ist inzwischen „Eine“ von vielen. Demnächst möchte sie nach New York. © dpa
Jennifer Hof gewann 2008. Von einer ganz großen Modelkarriere keine Spur. Hier beim Musical „Tanz der Vampire“ © dpa
Lena Gercke ist die erste Gewinnerin von Germany´s next Top Model. 2006 war die Idee noch frisch und neu. Sehnte man sich doch nach einer Nachfolgerin für Claudia Schiffer oder Heidi Klum, die inzwischen Mütter sind. © dpa
Sara Nuru ertrug eine Menge in der Staffel 2009. Größtes Vorurteil in den Shows war, dass dunkelhäutige Models sich nicht wirklich durchsetzten könnten. Sara hat jetzt die Chance, ihnen das Gegenteil zu beweisen! © dpa
Eddie Leo Schruff (Mitte) gewann 2003 bei „Die Deutsche Stimme“ vom ZDF. Heute arbeitet der ehemalige Sportlehrer mit Kindern. Singen gehört aber nach wie vor zu seinen Leidenschaften. © dpa
Michael Hirte war der Gewinner in „Supertalent 2008“. Heute ist er bekannt als „Mann mit der Mundharmonika“. Meist gibt er Weihnachtskonzerte und tingelt durch Deutschland. © dpa
Dennis Jauch gewann 2007 in „You Can dance“ auf Sat1. Er unterrichtet heute in der elterlichen Tanzschule. © dpa
„Ich Tarzan, du Jane“ - hinter dem nicht besonders intelligenten Titel verbarg sich eine gute Idee. Anton Zetterholm und Elisabeth Hüber gewannen in der Castingshow, ihre Rollen in dem Disneymusical „Tarzan“ © dpa
Für „Wickie und die starken Männer“ wollte Michael „Bully“ Herbig Gesichter, die unbekannt sind, aber den Zeichentrickfiguren entsprechen. In seiner Castingshow hat er sie gefunden. Jörg Moukkadam (v. links), Mike Maas, Christian Koch, Nic Romm, Partick Reichel und Olaf Krätke. © dpa
So berühmt wollten sie werden: Kenny (2005), U_gin (2006), Dennis (2007) und Georgina (2008) gewannen bei ViVa den „Dance Star“. Wie weggezaubert, Jan Becker. Er gewann bei Uri Geller 2009. Auch von Pierre, der 2002 bei RTL II zum „Teenstar“ wurde, hörte man nichts mehr. © dpa
Bald ein alter Schuh? „Energetix, die   „Germany´s next Showstars“ wurden, müssen sich noch beweisen. Fame Academy Gewinner, „Become One“ schafften es nicht. Sabrina Frank hat in (Mission) Hollywood noch nicht Fuß gefasst. Die Einschaltquoten bei RTL waren schlecht. © dpa
Auch KI.KA zog mit. Die Gewinner „Beste Stimme“ Selina (2006) und Jenny (2007) dürfen irgenwann beweisen, wie gut sie sind. Besser hoffentlich als Ricardo Marinello, er gewann 2007 beim „Supertalent“ und....verschwand aus der Öffentlichkeit (Symbolbild). © dpa

Am Mittwoch startet Deutschlands beliebteste Castingshow in eine neue Runde. Und bei der siebten Staffel soll wieder alles besser werden. Oberjuror Dieter Bohlen kündigt an, bei der Beurteilung der Kandidaten härtere Maßstäbe anzulegen: „Er muss natürlich eine außergewöhnliche Stimme haben, aber er muss auch die Bühne ausfüllen. Es wäre schön, wenn wir jemanden finden, der auch ein Entertainer ist. So ein kleiner Robbie Williams zum Beispiel. Schöne Stimme, aber dann noch ein bisschen mehr. Das hatten wir in der letzten Staffel kaum. Die Leute sollten ein bisschen performen können oder interessante Interviews geben. Oder aber visuell ein bisschen anders sein.“

Alles schön und gut, das Problem ist nur: ­Das Gleiche hatte Dieter Bohlen auch schon vor der vergangenen Staffel angekündigt und eingefordert. Hat also die Jury versagt, weil sie aus mehreren zehntausend Bewerbern keine besseren Talente herausgefiltert hat? Oder haben am Ende die ­Zuschauer für die falschen Kandidaten angerufen?

Mit 34 420 war die Anzahl der Bewerber diesmal so hoch wie bei keiner Staffel zuvor. Ein paar Neuerungen sollen auch das Interesse der Zuschauer wecken: So gibt es kein Casting auf Mallorca mehr. Dafür findet ein Teil des Recalls in der Karibik statt. Bei der Jury hingegen setzt RTL auf Bewährtes: Neben ­Dieter Bohlen werden ­weiterhin die Moderatorin Nina Eichinger und der Musikmanager ­Volker Neumüller ­ihre Urteile abgeben – und hoffentlich mal wieder einen würdigen Sieger küren.

IW.

Bohlen muss künftig für jedes "Sch..." zahlen

Wenn Deutschland sucht den Superstar an diesem Mittwoch in die siebte Staffel startet, könnten sich manche Zuschauer an Was bin ich? erinnert fühlen. Denn auf dem Jurypult steht ab sofort ein Sparschwein. Und jedes Mal, wenn Dieter Bohlen ein „Scheiße“ entfährt, muss der Oberjuror einen Euro ins Schweinderl löhnen – diese Buße hat er sich selbst auferlegt. Das gesammelte Geld soll schließlich einem wohltätigen Zweck zukommen.

Die besten Sprüche von Dieter Bohlen

Die besten Sprüche von Dieter Bohlen
Seine Sprüche sind berüchtigt, gefürchtet - und manchmal durchaus witzig. Wir haben die besten Sprüche von Jury-Titan Dieter Bohlen zusammengetragen. Klicken Sie sich durch: © dpa
Die besten Sprüche von Dieter Bohlen
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Bei Dieter Bohlens berüchtigter Ausdrucksweise könnte da einiges an Geld zusammenkommen. Seine Sprüche haben immer wieder Kritik hervorgerufen und RTL im Jahr 2008 eine Geldstrafe von 100 000 Euro eingebracht. Daraufhin hat die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen – eine Einrichtung der Privatsender – strengere Richtlinien für Castingshows erlassen. Demnach ist es zum Beispiel nicht mehr gestattet, „Kandidaten, die (...) augenscheinlich unfähig sind, Scherze einzuordnen (...), durch Kommentare der Jury unter Betonung dieser Schwäche zu beleidigen oder herabzuwürdigen.“ Doch bei der vergangenen Staffel machte Dieter Bohlen nicht den Eindruck, als lege er nun seine Worte auf die Goldwaage.

Und auch vor der siebten Staffel stellt der Oberjuror jetzt klar: „Ich lasse mir bei DSDS keinen Maulkorb verpassen, dann würde ich lieber aufhören. Entweder, ich kann sagen, was ich denke, oder ich lass das ganz sein. Ich werde allen, die einfach schlecht sind, nach wie vor sagen, wie ich sie finde.“

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