DSDS-Chaos-Staffel: Die größten Pannen

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DSDS-Juror Dieter Bohlen (Archivfoto)

Köln - Nach der Panne bei der Telefonabstimmung zahlt RTL den Anrufern Geld zurück. Es ist nicht der erste Aufreger der aktuellen Staffel: die größten Pannen und was Ex-Juror Thomas Stein sagt.

Psychokrieg, Stress mit den Nachbarn, Massenpanik bei einer Autogrammstunde: Die Zuschauer von Deutschland sucht den Superstar erleben heuer eine Chaos-Staffel. Die Chronik der Aufreger ist seit vergangenem Samstag um einen Punkt länger: Erstmals in der Showgeschichte brach RTL die Telefon­abstimmung ab, kein Kandidat flog an diesem Abend raus. Der Sender hatte zuvor im Laufe der Sendung Tausende Fans mit falschen Rufnummern verwirrt. Die positive Nachricht: RTL will seinen Fehler wieder gutmachen, ein Großteil der Anrufer und SMS-Schreiber kriegen ihr Geld zurück.

Wer am Samstagabend zwischen 22.39 und 23.59 Uhr angerufen oder eine Kurzmitteilung geschickt hat (wofür jeweils netzabhängig mindestens 50 Cent fällig sind), bekommt die Kosten erstattet. Die Uhrzeit ist deshalb entscheidend, da um 22.39 Uhr das Dilemma begonnen hatte: RTL zeigte einen Zahlendreher, laut der eingeblendeten Grafik sollten die Anrufer am Ende die -03 für Marco Angelini, die -02 für Zazou Mall wählen. Wenige Minuten später versuchte Moderator Marco Schreyl, den Patzer zu korrigieren, war aber anscheinend selbst verwirrt und wiederholte ihn stattdessen. Spätestens jetzt kannte sich niemand mehr aus. Um 23.59 Uhr verkündete Chefjuror Dieter Bohlen: „Wir schicken heute niemanden nach Hause.“ Die Abstimmung werde abgebrochen.

Bis dahin hatten sich vermutlich Tausende Fans ihre Finger für den falschen Kandidaten wundgetippt. Zahlen wollte RTL am Montag nicht nennen. Die Kölner verhandeln nun mit den Telefonanbietern, dass sie ihren Kunden die Anrufe nicht berechnen.

Ansonsten müssen Betroffene an RTL einen Einzelverbindungsnachweis schicken, inklusive der gewählten Rufnummer, Uhrzeit, Name und Kontonummer (E-Mail: dsds@rtl.de, Betreff „Abstimmung“ oder kostenlose Faxnummer: 0 800/2 21 20 02). Auf die Mitarbeiter des Kundenservices kommt jedenfalls eine Menge Arbeit zu.

Nach Meinung vieler Fans ist diese Entschädigung das Mindeste, was der Sender nach der Panne tun kann. Vor allem im Internet wurden Vermutungen über Abzocke laut: Denn obwohl der Zahlendreher bereits um 22.39 Uhr geschah und kurz danach bemerkt wurde, blieben die Telefonleitungen bis 23.59 Uhr geöffnet. RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger in der Bild: „Wir haben schnellstmöglichst reagiert.“

Die Stimmen der Anrufer und SMS-Schreiber, die am Samstag vor 22.39 Uhr ankamen, werden in der Ersatzshow an diesem Wochenende mitgezählt. Unter welchem Motto die sechs Kandidaten dann antreten, „steht noch nicht 100-prozentig fest“, sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer. Vielleicht kehrt bis dahin ja wieder etwas Ruhe ein.

Eva Hutter

Die größten Pannen der aktuellen Staffel

5. März: Zickenterror

Der Psychokrieg zwischen Nina Richel und Anna-Carina Woitschack erreicht seinen Höhepunkt. Nach ewigen Streitereien (schmutziges Badezimmer et cetera) bricht Nina zusammen, RTL schließt sie aus dem Wettbewerb aus.

27. März: Massenpanik

Die Autogrammstunde in einem Oberhausener Einkaufszentrum gerät außer Kontrolle. Laut Polizei wollen 15 000 Jugendliche die „DSDS“-Kandidaten sehen; die Veranstalter hatten mit höchstens 3000 gerechnet. 28 Fans müssen ins Krankenhaus.

1. April: Auszug

Zu viele Fans belagern das Gelände um die Kandidaten-Villa in Köln, die Nachbarn haben genug. Die Kandidaten ziehen vorübergehend in ein Hotel. Mittlerweile sind sie in das Luxus- appartment zurückgekehrt.

2. April: Show-Abbruch

 Zahlendreher in den Telefonnummern sorgen für jede Menge Chaos – und Moderator Marco Schreyl macht mit einem erneuten Patzer in der eigentlichen Korrektur alles nur schlimmer. Fazit: Abbruch der Abstimmung, kein Kandidat fliegt raus

Massenpanik bei DSDS-Autogrammstunde: 60 Verletzte

Massenpanik bei DSDS-Autogrammstunde: 60 Verletzte

Ex-Juror Stein: "Gibt keine schlechte Werbung"

Er gehört zu den DSDS-Urgesteinen: Thomas M. Stein saß in den ersten zwei Staffeln (2002/2003 und 2003/2004) in der Jury. Mit der tz spricht der Musikmanager (61) über die Lage bei Deutschland sucht den Superstar.

Herr Stein, dieses Mal scheint es besonders rundzugehen.

Thomas M. Stein: Warum? Die Show hat doch weniger Skandale als im Vorjahr!

Nehmen wir mal den Zickenkrieg zwischen Nina und Anna-Carina …

Stein: Solche Streitereien gab es doch schon immer.

Aber dass eine Kandidatin gleich zusammenbricht?

Stein: Das ist Daniel Küblböck damals auch passiert.

Er wurde aber nicht aus der Show ausgeschlossen.

Stein: Ich werte das als ein gutes Zeichen: RTL zeigt mit dieser Entscheidung Verantwortungsbewusstsein.

Und der Aufreger um die falschen Telefonnummern? Die Abstimmung wurde daraufhin sogar abgebrochen.

Stein: Auch diese Situation hat der Sender gut gelöst. Allerdings ist die Frage, ob ein Teil der Anrufe vom vergangenen Samstag in das Ergebnis diese Woche einfließen sollten. Ich kann kein Voting abbrechen und dann sagen, dass ein Teil der Stimmen doch zählen soll.

Wird es den Zuschauern nicht irgendwann zu viel mit den Skandalen?

Stein: Es gibt da einen alten Spruch, der in dieser Branche schon seit langer Zeit zählt: Any promotion is good promotion. Auf gut Deutsch: Es gibt keine schlechte Werbung.

Interview: EH

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