Verwirrter Kandidat

DSDS: Führte RTL einen psychisch Kranken vor?

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DSDS-Kandidat Diego

Bei DSDS legte Kandidat Diego am Samstag einen verwirrten Auftritt hin. Er behauptete unter anderem, dass Tupac Shakur sein Vater sei.

Update vom 08. April 2018: Die neue DSDS-Staffel läuft schon seit geraumer Zeit. Im letzten Auslands-Recall gab es nun eine riesige Überraschung und einen Desaster-Auftritt zweier Sängerinnen.

Köln - Dass bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ ab und an ein paar schräge Vögel vor die Kamera treten, ist nicht neu. Bei einem Kandidaten aus der Sendung vom Samstagabend könnte RTL aber Grenzen überschritten haben.

Der 25-jährige Diego (Name von RTL geändert) legte mit seiner Rap-Einlage zu „Rake it up“ von Nicki Minaj einen wirren Auftritt hin. Er sprang sogar auf den Jury-Tisch, hüpfte herum und beendete seine Performance mit einem Rückwärtssalto.

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„Mein Vater ist Tupac Shakur“

Abgesehen von seinem Auftritt waren auch seine Erzählungen sehr verwirrend. So behauptet der 25-Jährige, der US-Rapper Tupac sei sein Vater, als Dieter Bohlen ihn nach seiner Familie fragt. Diego macht noch weiter mit seinen Geschichten: „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich gekidnappt wurde. Von der Mafia… in Amerika… in Brasilien. Die haben mich nach Deutschland gebracht. Aber ich muss weg von hier…“ Die Jury schmunzelt zwar über diese Behauptungen, aber der DSDS-Kandidat leidet an einer Psychose, die durch Drogen ausgelöst worden sein soll, wie die Bild erfuhr.

Abstimmung mit betreuender Einrichtung

Weiter erzählte der 25-Jährige offenbar gegenüber Bild: „Ich lebe in einem Wohnheim für psychisch Erkrankte. Ich bin seit vier Jahren dort.“ Sein Auftritt musste zuerst mit seinen Betreuern abgestimmt werden. Die stimmten der DSDS-Teilnahme von Diego schließlich zu: „Sein größter Wunsch ist es, als Musiker und Model erfolgreich zu sein und bei DSDS teilzunehmen. Wir nehmen dieses Anliegen sehr ernst und begleiten ihn nach sorgfältiger Klärung aller damit verbundenen Fragen bei der Teilnahme.“

Jury mit geteilter Meinung

Am Ende kommt Diego mit drei von vier Stimmen eine Runde weiter. Produzent Mousse T. ist von Diegos Talent nicht besonders überzeugt: „Ob das was mit Rappen zu tun hat, wage ich zu bezweifeln.“ Pop-Titan Dieter Bohlen sieht das ganz anders. Von ihm gibt es ein Ja, denn er kann „dem Sohn von Tupac niemals ein Nein geben.“ Carolin Niemczyk ist sich nicht sicher, ob sein Entertainment bei den Menschen ankommt, sie ist aber überzeugt. Und auch Sängerin Ella Endlich gibt Diego am Ende ihre Stimme: „Mich hast du erreicht. Ich bin dabei.“

Psychisch Kranke für Castingshows geeignet?

Diego bringt die nächste Runde in den Recall natürlich gleichzeitig einen Schritt näher zu seinem Traum, erfolgreicher Musiker zu werden. Aber sollten Menschen mit solchen Erkrankungen nicht geschützt werden? RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer äußerte sich dazu gegenüber Bild: „Warum sollten wir jemandem das Recht auf Selbstbestimmung nehmen und ihm den Auftritt verbieten? Bei DSDS kann jeder mitmachen, egal wie er aussieht, ungeachtet des sozialen Hintergrunds, der kulturellen oder religiösen Wurzeln und unabhängig von körperlichen oder sonstigen Einschränkungen.“

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