„Es sind jetzt Sachen herausgekommen ...“

Mysteriöse Begründung: DSDS disqualifiziert Bohlen-Liebling

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Tiefer Sturz nach kurzem Höhenflug: Alfons Kreischer bei DSDS.

Köln - So etwas hat es bei DSDS noch nie gegeben: Alfons Kreischer, der wohl beste bisherige Kandidat der Sendung, fliegt noch, bevor es richtig losgeht. Ein dunkles Geheimnis ist schuld an dem frühen Aus.

Da sollte endlich einmal etwas gut laufen in seinem Leben: Alfons Kreischer, ein stattlicher Bursche aus Ingolstadt, baut sich am Mittwochabend in voller Pracht vor der DSDS-Jury auf und macht sich bereit für seinen großen Auftritt. „Was singst du?“, will Dieter Bohlen wissen, „Purple Rain“, antwortet der Kandidat und atmet einmal tief durch. „Mach richtig schön laut, sonst klingt die Nummer auch scheiße“, so die bissigen Worte des Chef-Jurors. Dass mit den DSDS-Teilnehmern nicht zimperlich umgegangen wird, ist allgemein bekannt. Kreischer lässt sich nicht beirren und konzentriert sich ganz auf die Musik.

Kreischer will die goldene CD

Schon bei den ersten Tönen ist klar: Der Mann hat was drauf. Im Refrain dreht er noch ein bisschen mehr auf: „Jetzt macht‘s ihm langsam Spaß, jetzt grinst er“, stellen seine Jungs im Nebenraum fest. Auch die Jury ist zufrieden. Von: „Du triffst die Töne“ über: „Du kannst singen“ bis zu: „Das war hammergeil!“ übetreffen sich die Juroren gegenseitig mit ihrem Lob, bis feststeht: Vier Mal „Ja“. Recall! Doch das ist dem beflügelten Kreischer nicht genug: Er habe ja gehofft, die goldene CD zu bekommen, die direkte Eintrittskarte zum Auslands-Recall in Dubai. Die Jury ist verblüfft. Aber warum nicht versuchen? Einen Stevie Wonder darf Kreischer noch zum Besten geben, und da fackelt Bohlen auch nicht lange. „Ich hatte Gänsehaut!“ Unverblümt rückt er seine einzige goldene CD raus: das direkte Ticket für die übernächste Runde. Jackpot für Kreischer.

Ende gut, alles gut für DSDS-Alfons? Von wegen!

Irgendwie kann das doch noch nicht alles gewesen sein. Immerhin sind wir hier bei DSDS. Da fehlt noch ein bisschen Drama, ein bisschen Herzschmerz. Natürlich muss der Zuschauer nicht lange warten, und da ist sie: die große Story. Auch die beginnt klein, mit einem Vergleich zu Ex-DSDS-Kandidat Menowin Fröhlich: „Irgendwie erinnerst du mich ein bisschen an Menowin“, erklärt Bohlen. Ob das als Kompliment gemeint war? Das kommt darauf an: Fröhlich wurde dank seiner schönen Stimme nicht nur Zweiter bei DSDS 2009, sondern ist besonders für seine zahlreichen Gefängnisaufenthalte bekannt. Jury-Mitglied Michelle kann da nicht umhin zu fragen: „Aber du nimmst keine Drogen oder sonstiges?“ „Ich bin clean“, beteuert der Raumpfleger aus Ingolstadt. Na, dann ist ja alles gut!

Von wegen! Einige Tage nach Kreischers großem Triumph folgte ein Anruf der Produktionsfirma: Er müsse noch einmal vorstellig werden. Das Pop-Sternchen freut sich und ist „gespannt wie ein Flitzebogen“. So verkauft es zumindest der Sender. Angeblich hat er keine Ahnung, was auf ihn zukommt.

„Welches Geheimnis hat Alfons der Jury vorenthalten?“ Die dramatische Stimme aus dem Off treibt die Spannung ins Unermessliche. Ja, was ist denn nun das Problem?

„Ich bin kein schlechter Mensch!“

„Wir waren alle total begeistert von dir“, erklärt Bohlen, „aber es sind jetzt Sachen herausgekommen, die es für uns wirklich absolut unmöglich machen, dich weiter mitzunehmen.“ Kreischers Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben: „Ich bin kein schlechter Mensch!“ In der Sendung bleibt der Grund für den Rauswurf teils mysteriös - nur von Vorstrafen ist die Rede. (Im Video seine Erklärung dazu.)

Konkreter wird die Bild am Sonntag. Demnach stehe in seinem Vorstrafenregister unter anderem Raub (2005), Körperverletzung (2014, 2015), Bedrohung (2009), Sachbeschädigung (2015) und Drogen (2016). Momentan laufe eine dreijährige Bewährung, sagt Kreischer selbst zu RTL. Das war‘s dann wohl. Noch einmal ein Fall wie Menowin Fröhlich, der bei seinem ersten Anlauf kurz vor den Liveshows bei DSDS 2006 verhaftet wurde? Das will sich der Sender offenbar nicht antun.

„Krass, wie ich jetzt grad wieder alles irgendwie für mich erreicht habe und jetzt doch nichts“, bringt Kreischer die Sache auf den Punkt. Vielleicht kehrt er ja in drei Jahren zurück und schafft so die alles entscheidende Wende in seinem Leben? Wünschen würde man es dem Mann, der mit seiner Stimme Gänsehaut zaubern kann.

lg/snacktv

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