Samstag, 20.15 Uhr, ARD

Vorschau zum Eurovision Song Contest: Jamie-Lee tritt als Außenseiterin an

Hoffnung für Deutschland: Jamie-Lee Kriewitz. Fotos: dpa

Trotz vieler Klagen über die Musik und die Auftritte gehört der Eurovision Song Contest (ESC) mit etwa 100 Millionen Fernsehzuschauern zu den größten TV-Events weltweit. Wir werfen einen Blick auf Jamie-Lee, die Favoriten und auf den politischen Zündstoff.

Nach dem Null-Punkte-Debakel für Deutschland im vergangenen Jahr soll Jamie-Lee Kriewitz nun eine bessere Platzierung erreichen.

Die ARD berichtet ab 20.15 Uhr über den ESC. Um 21 Uhr geht es dann los mit dem ersten von 26 Songs.

Die Deutsche Kandidatin

Auf Startplatz zehn tritt die 18-jährige Jamie-Lee Kriewitz für Deutschland an. Sie hatte sich im Februar beim deutschen Vorentscheid deutlich gegen ihre Konkurrenten durchgesetzt. Ihr Song „Ghost“ ist eine Pop-Nummer, die viele an den Welthit „Umbrella“ von Rihanna erinnert. Auffällig ist vor allem ihr Aussehen: Mit ihrem bunten Kopfschmuck und der Kleidung nach Vorbild von japanischen Mangas wird sie beim ESC herausstechen. Dennoch liegt sie in den Wetten weit hinten - seit Donnerstagabend sogar auf dem letzten Platz.

Jamie-Lee selbst will sich nicht zu sehr unter Druck setzen. „Je mehr Hoffnungen ich mir mache, desto enttäuschter bin ich am Ende, deswegen lasse ich das lieber.“

Die Favoriten

Geht man nach den Buchmachern, die in der Vergangenheit häufig richtig lagen, kann sich vor allem Russland Chancen auf den Sieg ausrechnen. Sergey Lazarev tritt mit der zeitgemäßen Pop-Nummer „You Are The Only One“ an. Der Song passt vom Stil zu vielen anderen, die beim ESC gut ankamen. Seine Bühnenshow mit aufwendigen Video- und Lichteffekten erinnert an die des Vorjahressiegers.

Seit dem Finaleinzug am Donnerstag wird auch Australien als Favorit gehandelt. Das Land, das fernab von Europa liegt, darf seit dem vergangenen Jahr antreten. Der ESC hat schon seit vielen Jahren eine große Anhängerschaft in Australien. In diesem Jahr tritt die 27-jährige Dami Im an. Sie überzeugt bei ihrer Ballade „Sound Of Silence“ mit einer makellosen Stimme.

Gastgeber Schweden könnte zudem den Titel verteidigen. Dieses Jahr tritt der 17-jährige Frans mit dem unbeschwerten Song „If I Were Sorry“ an. Er hat schon viele mit seinem Charisma überzeugt.

Politischer Zündstoff

Offiziell soll der ESC eine unpolitische Veranstaltung sein. Dennoch bleiben aktuelle Streitthemen selten außen vor. Im vergangenen Jahr gab es etwa einige Buh-Rufe beim Auftritt der russischen Kandidatin wegen der Annexion der Halbinsel Krim. In diesem Jahr fühlen sich viele Russen direkt angegriffen - durch den Song der Ukrainerin Jamala. Sie singt in ihrem Beitrag „1944“ über die Deportation der Krimtataren während der Herrschaft von Stalin. Russische Politiker haben den Eindruck, der Song spiele auf die aktuellen Entwicklungen auf der Krim an. Jamala bestreitet, dass sie eine politische Botschaft ausdrücken will.

Übertragung in den USA

Zum ersten Mal wird das ESC-Finale auch in den USA übertragen. Der Sender Logo, der sich vor allem an Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle richtet, zeigt die Musikshow live. Dazu passt, dass der amerikanische Superstar Justin Timberlake während der Abstimmung auftritt.

Der ESC in Zahlen

0 Punkte bekam die deutsche ESC-Kandidatin Ann Sophie im vergangenen Jahr und landete damit auf dem letzten Platz.

2 Moderatoren führen durch den Eurovision Song Contest: Vorjahressieger Måns Zelmerlöw und Petra Mede.

3,5 Stunden dauert es, bis der Sieger beim ESC-Finale heute feststeht.

5 Juroren bewerten die Auftritte aus deutscher Sicht: Sarah Connor, Anna Loos, Namika sowie Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss. Barbara Schöneberger wird das Ergebnis verkünden.

7 Mal hat Irland bereits beim ESC gewonnen und führt damit die Sieger-Liste an.

18 Jahre alt ist Jamie-Lee Kriewitz, die für Deutschland an den Start geht.

34 Mal ist Deutschland beim ESC in den Top10 gelandet, zweimal reichte es zum Sieg: 1982 mit Nicole und 2010 mit Lena. 60 Mal trat Deutschland an - so oft wie kein anderes Land.

42 Länder machen in diesem Jahr mit, 26 Kandidaten kommen ins Finale.

387 Punkte bekam der Norweger Alexander Rybak - und ist damit der erfolgreichste Teilnehmer.

Hintergrund: Länder vergeben erstmals 24 Punkte

Beim ESC 2016 werden die Wertungen der Länderjurys und der Zuschauer zum ersten Mal getrennt vorgetragen. Jedes Land kann jetzt also maximal 24 Punkte an ein anderes verteilen: Jeweils zwölf durch Jury und Zuschauer.

Los geht es wie gehabt mit Live-Schalten in die einzelnen Länder. Die Sprecher verkünden aber lediglich das Ergebnis ihrer Jury. Die Stimmen der Zuschauer werden zusammengezählt und erst am Ende der Sendung von den Moderatoren präsentiert. Sie beginnen mit dem Land, das vom Publikum die wenigsten Punkte bekommen hat. (mit dpa)

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